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SWR3 Gedanken

18JUL2021
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Man will es nicht wahrhaben, man will es weghaben, will das es vorbei ist. Aber leider zu oft im Leben geht das nicht. Beim plötzlichen Tod eines lieben Menschen, bei der Diagnose einer schlimmen Krankheit oder bei einer Katastrophe wie jetzt. Flutkatastrophen von diesem Ausmaß kannten wir bislang nur von Asien oder der Karibik. Schrecklich, aber weit weg. Nun kennen wir sie auch hier. Und auch den Schrecken. Wenn kleine Bäche in idyllischen Ortschaften zu großen braunen Brühen werden, die alles mitreißen, Häuser und Menschenleben. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Opfern dieser Katastrophe. Und bei ihren Angehörigen, die jetzt ein Leid erfahren, das wir nicht ermessen können. „Es gibt kein fremdes Leid“ heißt ein weiser Satz. Und wenn wir das Leid dieser Menschen auch nicht ermessen können, so können wir doch mitfühlen. Und je näher das Leid ist, umso mehr. Das ist einfach so. Und das ist auch gut so. Weil aus diesem Mit-Leid Gutes entsteht: eine große Hilfsbereitschaft. Die Menschen vor Ort packen an, wo sie anpacken können. Andere bieten Häuser und Wohnungen als Notunterkünfte an. Und wieder andere spenden für die, die alles verloren haben. Und mit dem Mitgefühl, mit der Betroffenheit der nicht konkret Betroffenen kommen auch Fragen auf. Natürlich nach unserem Umgang mit der Schöpfung, nach dem Klimaschutz. Ja, wir müssen uns diese Fragen schon stellen. Aber alles zu seiner Zeit. Jetzt ist erstmal die Zeit für Trost, Hilfe und Hoffnung.

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