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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

28MAI2021
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„Kopf, Hals, Magen, Knie.“ Ich blicke Karl-Heinz an. Er hat mir einen kleinen gelben Zettel über den Tisch geschoben. Darauf stehen die vier Wörter. „Was soll das?“ frage ich. „Das habe ich alles schon überstanden“, sagt er. „Überstanden?“ „Ja, Krankheiten, meine ich. Du weißt, dass ich damals immer Kopfweh hatte, und dann die Halsentzündung und das Magengeschwür und die Knie-Op letztes Jahr.“ „Ja“, sage ich, „ich kann mich erinnern, da hast du ziemlich dringehangen. Aber was soll das jetzt alles?“ „Das habe ich alles überstanden. Das gibt mir Kraft.“ „Ach so“, sage ich! „Pass mal auf“. Karl-Keinz erklärt: „Mir geht es im Moment nicht gut. Kein Arzt kann sagen, was mit mir los ist. Also habe ich mir das aufgeschrieben. Das, was ich alles schon überstanden habe.“ „Ach so“, sage ich, „und das gibt dir Zuversicht.“ „Richtig!“

Ich kenne diesen Gedanken aus der Bibel. In einem Psalm steht: „Lobe den Herrn, meine Seele! Und vergiss nicht das Gute, das er für dich getan hat! Er heilt alle deine Krankheiten.“ (PS 103,2-3) Ich erzähle ihm davon, aber er widerspricht: „Das stimmt doch gar nicht. Er heilt eben nicht alle Krankheiten.“ „Du hast Recht“, gebe ich zu, „das tut er nicht. Zumindest nicht immer. Aber bei dir hat das doch schon ein paar Mal geklappt, oder? Kopf, Hals, Magen, Knie.“ Karl-Heinz nickt. „Du meinst, Gott hat damit was zu tun?“ „Ich glaube, dass Gott mit vielen Dingen was zu tun hat. Manchmal merken wir’s, manchmal nicht. Manchmal werden wir gesund und manchmal auch nicht. Wir wissen nicht, warum. Aber die ganzen Krankheiten, die du schon überstanden hast, die können dir doch Mut machen. Vielleicht kannst du daraus Mut und Hoffnung ziehen. Vielleicht macht dir das Mut, dass es mit Gott auch gut weitergeht.“ Karl-Heinz denkt nach: „Ich erinnere mich daran, was er schon Gutes getan hat – und das gibt mir dann neuen Mut?“ „So ist es“, sage ich, „mit Gottvertrauen geht es dir besser.“

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