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SWR3 Gedanken

26FEB2021
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Archäologen der Universität Tel-Aviv fanden in der Nähe der Negev Wüste in Israel 3000 Jahre alte, gefärbte Stoffe. Dabei stellten sie fest, dass es sich hierbei um die Reste eines purpurnen Gewandes handelt. Dass diese organischen Materialien so lange erhalten geblieben sind wird auf das extrem trockene Wüstenklima des Fundortes zurückgeführt.

Das Aufkommen von Purpur in der Natur war selten und die Kosten für seine Herstellung immens, denn der Farbstoff musste in einem komplizierten Verfahren aus dreier Schneckenarten aus dem Mittelmeer gepresst werden. Daher war Purpur der teuerste Farbstoff in der biblischen Zeit. Nur Mitglieder des jeweiligen Königshauses, Adelige und hochrangige Beamte durften purpurne Kleidung tragen. Auch die römischen Kaiser hatten Purpur gefärbte Gewänder. Für Katholische Bischöfe ist die violette Soutane seit vielen Jahren charakteristisch.

Interessanterweise war Purpur eine Farbe, die wir oft in der Beschreibung des Wüstenheiligtums, der Stiftshütte in der Bibel vorfinden.  Purpur wird in der Bibel auch als Symbol des Königshauses angesehen. Des Weiteren lesen wir im biblischen Buch der Sprüche Salomons, in einem Gedicht, das er über die tugendhafte Frau verfasste folgendes (Spr.31:22): „Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert…. Sie hat sich Decken gefertigt, ihre Kleidung ist aus feinem Leinen und Purpur. “ Dieses biblische Gedicht wird allgemein als Ode an weibliche Stärke und Qualitäten verstanden.

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