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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

02DEZ2020
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In Trier hat gestern ein Mensch anscheinend durchgedreht. Mit seinem Auto ist er durch die Fußgängerzone gerast. Scheinbar wahllos hat er Menschen überfahren. Jetzt gibt es Tote und Verletzte. Ein Amoklauf, sagt der Oberbürgermeister. Amok ist malayisch und heißt „Wut“. Wie furchtbar für die Opfer und ihre Angehörigen. Mein ganzes Mitgefühl – und Ihres sicher auch – gilt diesen Menschen. Von einer Minute auf die andere wurde ihr Leben zerstört. So Schreckliches kann ein Mensch anrichten. Was kann man sagen, außer: Barmherziger Gott, steh den Betroffenen bei!?

Das bete ich für die, die so plötzlich in dieses Unglück hineingerissen wurden. Kinder seien unter den Opfern dort in Trier, heißt es. Jede Mutter und jeder Vater kann sich vorstellen, wie es deren Eltern jetzt geht. Ich hoffe, dass niemand allein bleiben muss mit seinem Leid. Aber ich weiß auch: Worte können da nur wenig ausrichten, am wenigsten jetzt, erst ein paar Stunden danach. Deshalb: Hoffentlich sind Menschen da, die die Angehörigen nicht allein lassen. Und: Möge Gott Ihnen beistehen.

„Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“ – so haben Menschen Gottes Nähe zu allen Zeiten erfahren. In einem Gebet in der Bibel haben sie es aufgeschrieben. Ich will beten, dass die Angehörigen der Opfer in Trier das auch so erleben: „Gott, sei Ihnen Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die sie getroffen haben!“

Ich glaube, dass die Toten in Gottes Hand sind. Niemand fällt ins Leere, auch nicht, wenn so ein schrecklicher Unfall passiert. Bei Gott bleibt das Leben – auch wenn wir nur noch die Toten beweinen können. Ich hoffe, dass dieser Glaube auch den Angehörigen der Opfer irgendwann ein Trost wird.

Die Menschen, die Gottes Hilfe in ihren großen Nöten erfahren haben, die haben in demselben Gebet auch gesagt: „Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge ... Gott ist bei uns“ -- was auch geschieht. Darauf will ich mich trotz allem verlassen – auch heute.

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