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SWR4 Abendgedanken

14AUG2020
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Alexander ist ein aufgeweckter Junge.

Begeisterter Fußballspieler und freundlicher Schüler.

Mit seinen 11 Jahren ist er auffällig reif.

Vielleicht liegt das an seinen besonderen Lebensumständen. Seine Eltern sind vom Balkan nach Deutschland gekommen.

Weil der Vater gewalttätig ist, hat sich die Mutter von ihm getrennt. Um ihren Sohn kümmert sie sich vorbildlich.

Die Beiden lieben einander sehr, leben aber in ständiger Angst vor dem Ehemann und Vater.

Und eines Nachts geschieht es.

Er kommt in die Wohnung und tötet seine Ehefrau.

Der Junge hat alles mitbekommen.

Der freundliche Polizist Carlos Benede begleitet ihn in der nächsten Zeit.

Der Junge sagt auf eigenen Wunsch im Prozess gegen seinen Vater aus, der ihm das Liebste im Leben genommen hat. Nie will er ihn wiedersehen.

Aber er hat keinen Menschen mehr, er muss ins Heim. So richtig gut geht es ihm dort nicht.

Eines Tages bittet der Heimleiter den Polizisten, ins Heim zu kommen. Er teilt ihm mit, Alexander habe den Wunsch geäußert, einen Vater zu haben, der so sei wie der Polizist.

Ob er ihn nicht als Pflegesohn aufnehmen wolle.

Der Polizist, unverheiratet und alleinlebend, nimmt den Jungen zu sich und kümmert sich um ihn.

Eines Tages klingelt das Telefon, der Junge geht ran.

Als er aufgelegt hat, spricht der Polizist ihn an:

„Du hast Dich mit meinem Nachnamen ‚Benede‘ gemeldet.“

„Ja“, sagt der Junge, „ich möchte so heißen wie Du.“

„Das geht aber doch nur, wenn ich dich adoptiere.“

„Das will ich“, sagt Alexander. „Du sollst mein Vater sein.“

Jemand, der für mich da ist, der mir zuhört, der mich begleitet.

Schutz und Geborgenheit für das Leben. 

Als die Jünger Jesus fragen, wie sie denn beten können, bringt er ihnen ein Gebet bei. Es ist das bekannteste Gebet auf dieser Erde geworden, Christen in aller Welt beten es: Vater unser.

Es nimmt unsere Sehnsucht auf, dass wir jemanden haben, mit dem wir reden können, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und er hört zu. So, wie Alexander es sich gewünscht und gefunden hat. Jesus Christus zeigt uns den Vater für uns alle.

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