Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR4 Abendgedanken

19NOV2019
AnhörenDownload
DruckenAutor*in

Ich mag die dunkle Jahreszeit! Es gefällt mir, wenn es früh dunkel ist und ich auf dem Weg nach Hause die Sterne und den Mond am Himmel sehe. Im Grunde genommen staune ich jedes Mal neu darüber, wenn ich bei klarer Nacht die ganze Pracht des Sternenhimmels bewundern kann. Ich stehe da wie die Menschen vieler Generationen vor mir. Ich sehe das, was schon Menschen beschrieben haben, deren Aufzeichnungen in die Bibel eingegangen sind. Den Großen Wagen, den Orion und manch andere Sternenbilder haben sie schon gekannt. Der Prophet Jesaja schrieb vor rund zweieinhalbtausend Jahren:  „Hebt eure Augen in die Höhe und seht: Wer hat diese Gestirne erschaffen? Der vollzählig herausführt ihr Heer, er ruft sie alle beim Namen. Wegen seiner Fülle an Kraft und mächtiger Stärke fehlt kein einziges.“ (Jes 40,26)

Ja, wer kann sie zählen, dass keins fehlt? „Gott, der Herr“ möchte ich mit dem Kinderlied „Weißt du wieviel Sternlein stehen?“ antworten. Ich staune über Gottes Schöpfung. Immer noch und immer wieder, auch wenn die Naturwissenschaft heute viel erforscht hat und erklären kann wie die Entwicklung unserer Erde gewesen ist. Ich frage mich: Warum ist die Welt so wie sie ist? Warum ist in der Welt so viel Schönheit zu entdecken? Ich bin fasziniert von den Sternen, vom Leuchten des Mondes, obwohl er ja gar nicht selbst leuchtet. Genauso staune ich immer wieder, zum Beispiel, wenn ich ein Neugeborenes sehe, dass so klein und doch schon in sich perfekt ist. Was für ein Geschenk ist das! Für mich ein Geschenk von Gott. Und so kann ich ihn aus voller Überzeugung „den Schöpfer des Himmels und der Erde“ nennen.

Mir gefällt diese Vorstellung. Für mich ist Gott größer als die Summe dessen, was Menschen gerade naturwissenschaftlich erklären können. Er ist für mich der Grund allen Seins. Er schenkt uns das Leben. Und er ruft nicht nur die Sterne, sondern auch mich bei meinem Namen. Und Sie auch. So endet ja das Kinderlied: „Gott im Himmel hat an allen, seine Lust, sein Wohlgefallen. Kennt auch dich und hat dich lieb, kennt auch dich und hat dich lieb“.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29807