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SWR4 Abendgedanken

18NOV2019
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„Ist es in Ordnung, dass ein Fußballspieler sehr, sehr viel Geld verdient, während ein Arbeiter oder eine Friseurin kaum mit ihrem Lohn eine Familie versorgen kann?“ „Ist es gerecht, dass es uns hier so gut geht und Menschen in anderen Ländern viel schlechter?“ Das haben sich unsere Konfirmanden gefragt. „Nein, gerecht ist das nicht“, fanden sie, „aber wir können auch nichts dafür, dass es uns hier in Deutschland besser geht.“ Wild haben sie miteinander diskutiert, denn wir haben mit ihnen einen Gottesdienst zum Thema „Gerechtigkeit“ vorbereitet.

Und mit Hilfe des Internets haben sie dann auch die Bibel zum Thema durchsucht. Ganz still war es dabei. „Der Herr hilft den Gerechten, er ist ihre Stärke in der Not“ (Psalm 37, 39) oder „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.“ (Mt 5,10)

Den Jugendlichen hat gefallen, dass Gottes Gerechtigkeit anders ist als die unter uns Menschen. Menschen, haben sie gesagt, würden oft um Macht und Geld streiten und dabei nicht gut miteinander umgehen. Sehr schnell würde man einander beurteilen und in Schubladen stecken: Der Streber, die Liebe, der Klassenclown, naja und der, der gar nichts drauf hat – so haben sie selbstkritisch ihren eigenen Umgang miteinander in der Schule beschrieben.

Das Wort „Gott hilft den Gerechten, er ist ihre Stärke in der Not!“ hat sie beeindruckt. So haben sie es dann auch im Gottesdienst gesagt „So ein Wort aus der Bibel macht Mut. Es sagt: Gib nicht auf! Halte durch, auch wenn es nicht leicht ist. Gott ist an deiner Seite. Er kämpft für dich. Aber es ist unsere Aufgabe, uns für andere Menschen einzusetzen, die Gerechtigkeit brauchen. Das wünscht sich Gott.

Und dann kam ihre Erklärung. So stellen sich 13 und 14jährige Gerechtigkeit vor: „Gerecht ist, wenn jedem geholfen wird, der Hilfe benötigt. Gerecht ist, wenn jeder so viel bekommt, wie er zum Leben braucht. Gerecht ist, dass der, dem es gut geht, andere unterstützt.“ Und: „Gerecht ist, wenn jeder Mensch egal welcher Religion, Hautfarbe oder Kultur gleich behandelt wird.“

Mir macht es Mut und Freude, wenn ich auf solche jungen Menschen treffe. Und ich hoffe, Ihnen auch.

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