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SWR3 Worte

Aus dem „irischen Tagebuch“ von Heinrich Böll:

Passiert einem in Deutschland etwas, versäumt man den Zug, bricht man ein Bein, macht man Pleite, so sagen wir: Schlimmer hätte es nicht kommen können. Immer ist das, was passiert, gleich das Schlimmste – bei den Iren ist es fast umgekehrt: bricht man hier ein Bein, versäumt man den Zug, macht man Pleite, so sagen sie: It could be worse – es könnte schlimmer sein: man hätte statt des Beines den Hals brechen, statt des Zuges den Himmel versäumen, und statt Pleite zu machen, hätte man seinen Seelenfrieden verlieren können (…). Was passiert, ist nie das Schlimmste, sondern das Schlimmste ist nie passiert.

Quelle: Heinrich Böll: Irisches Tagebuch, dtv München, 42. Auflage 1994, S. 127

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