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SWR3 Gedanken

Abenteuer im Alltag. Geht das? Im Kleinklein des Alltags gefangen, fühle ich mich allzu oft wie in einem Hamsterrad: ich laufe und laufe, funktioniere, lächle und laufe weiter. Wie schön wäre es auszubrechen, nur für einen Augenblick, mal was anderes machen, raustreten aus dem Leben, eine Auszeit nehmen, die ihren Namen verdient: einen Moment, in dem die Zeit keine Rolle spielt, ausgeschaltet ist.

„Leben mit tausend Sternen“ so nennen es Beate und Olaf Hofmann. Die beiden haben jeden Monat eine Nacht im Freien geschlafen, angefangen im Januar bis Dezember. Und sie haben darüber ein Buch geschrieben eben „Leben mit tausend Sternen“.

Sehr sympathisch beschreiben die beiden, wie sie sich manches Mal selbst zu ihrem Glück zwingen mussten. Den inneren Schweinehund bekämpfen, der lieber auf dem Sofa hocken bleiben möchte, wenn es draußen regnet oder schneit. Doch immer wieder wagen sie es. Einmal übernachten sie in einem Baumhaus, ein anderes Mal in einer Felshöhle, dann aber auch im Wald oder auf einer Wiese oder in einem Weinberg. Und sie erleben, wie gut es tut, für einen kurzen Moment mit dem Alltag zu brechen, in der Natur durchzuatmen, aufzuatmen. Und sie entdecken Zweisamkeit neu: reden miteinander im Kerzenschein oder unter Sternen, hören einander zu ohne Zeitdruck, Stress und Lärm. Und sie stellen fest, wie wenig sie brauchen, um glücklich zu sein: eine Isomatte, ein Schlafsack, Brot, Käse, eine Thermoskanne Tee – fertig ist das Glück.

Beate und Olaf Hofmann machen die wundersame Erfahrung, dass „durch das Hinausgehen … eine neue Tiefe und Weite in (ihr) Leben gekommen (ist). Es ist eine Freiheit mitten im Alltag zu spüren und ein Glück, von dem (man) bestenfalls ahnen konnte, dass es direkt vor der Haustür liegt.“

Beate und Olaf Hofmann „Leben mit tausend Sternen – Holen Sie sich das Glück zurück. Es liegt direkt vor Ihrer Haustür.“ Adeo Verlag 2017.

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