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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Für viele ist es eine traurige Nachricht: Kloster Himmerod schließt seine Tore. Die Mönche verlassen ihren Konvent im idyllischen Tal der Salm.

Damit geht eine lange Tradition zu Ende. Vor fast 900 Jahren hatte der heilige Bernhard von Clairvaux die Zisterzienserabtei in der Südeifel gegründet. Für viele Menschen aus nah und fern war Himmerod eine Kraftquelle für ihren Glauben, ein Ruheplatz für die Seele. Hier konnte man auftanken in der Stille eines klösterlichen Umfelds.

Nun überlegt das Bistum Trier, wie es weitergehen soll. Zusammen mit engagierten Christen in der Region wird man eine Lösung finden. Aber es bleibt der Schmerz, dass Himmerod kein Kloster mehr ist. Zuletzt zählte der Konvent noch fünf Mönche. Abt Johannes, der 56. und letzte Abt, beklagt die Überalterung der Orden. Es gibt nur wenige Eintritte. Junge Leute können sich ein Leben im Kloster meist nicht vorstellen.

Während Himmerod dicht macht, wagen die Zisterzienser andernorts einen neuen Aufbruch. Und das ausgerechnet in Brandenburg, 800 Kilometer von Himmerod entfernt. Hier wird ein ehemaliges Kloster wieder besiedelt: Kloster Neuzelle bei Eisenhüttenstadt, unweit der polnischen Grenze. Vier Zisterziensermönche aus dem österreichischen Kloster Heiligenkreuz starten dieses Experiment. Sie sind vor drei Monaten in die Niederlausitz umgezogen. Seit 1817 hatten hier keine Ordensbrüder mehr gelebt.

Für die Neuankömmlinge ist der Start eine Herausforderung. Wie fast überall im Osten sind die meisten Einheimischen konfessionslos. Aber gerade das ist auch eine Chance.

Der Görlitzer Bischof hofft, dass Kloster Neuzelle sich zu einem „Biotop des Glaubens“ entwickelt, gerade auch für Menschen, die auf der Suche sind.

Man darf auf die Erfahrungen der Neuzeller gespannt sein. Denn eines ist klar: Die Kirche muss neue Wege einschlagen, um Menschen wieder für den Glauben zu interessieren. Auch im Westen.

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