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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Vor wenigen Tagen hat sich mir gegenüber jemand darüber beklagt, dass sie in unserem Land viel weniger vom christlichen Glauben spüre als vor einigen Jahrzehnten. Sie meinte, dies belegen zu können durch geringere Zahlen und durch die fehlende Attraktivität von Kirchen. Allgemein schwinde das Bewusstsein, dass Menschen Gott für ihr Leben brauchen. Meine Frage, was sie denn vorschlage, um dies zu ändern, beantwortete sie mit dem Wunsch, die Kirchen sollten attraktiver, bunter und einladender sein, dann würde sich bereits Grundlegendes ändern.

In diesen Tagen kommen alle hauptamtlichen Geistlichen aus unserer Kirche, Diakone, Priesterinnen und Priester aus ganz Deutschland zu einer Konferenz zusammen, um genau darüber zu diskutieren: „Wie leben wir den Glauben in einer säkularen Zeit?“ Ich finde es total spannend, wenn von Erfahrungen berichtet wird aus Regionen, in denen weniger als 10 % der Gesamtbevölkerung einer christlichen Kirche angehören, wenn zu hören ist von Menschen, die ganz neu zum persönlichen Glauben gefunden haben und die jetzt das Leben ihrer Pfarrgemeinde mittragen.

Ich bin sicher, christlicher Glaube wird nicht lebendiger, indem Menschen sich nur darüber beklagen, dass für sie ‚nicht mehr alles so ist wie früher‘. Natürlich ist es wichtig, Situationen klar zu sehen, über  veränderte Verhältnisse zu sprechen und mitunter neue Wege zu gehen. Kirchen und Pfarrgemeinden müssen auch immer wieder mit Phantasie und Mut überlegen, wie sie  ihr Leben einladend und attraktiv gestalten. Dies alles wird aber umso besser gelingen, wenn der Glaube – und das gilt sicherlich nicht nur für die Religion des Christentums – wirklich gelebt wird, wenn andere Menschen spüren:

„Die lebt ihren Glauben echt!“ –

„Der macht mich neugierig, was es mit dieser Kirche auf sich hat!“ –

„Da möchte ich auch dazugehören!“

 

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