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SWR3 Gedanken

Dieser Sommer hat es in sich. Ausnahmezustand - das Wort ist in letzter Zeit viel zu oft gefallen. Nach dem Amoklauf in München bei uns, nach den Anschlägen in Nizza und nach dem Putsch in der Türkei: Ausnahmezustand.

Wenn alte Ordnungen nicht mehr Sicherheit bieten, dann muss Sicherheit neu gedacht werden. Denn dann haben wir ihn, den Ausnahmezustand. Ob wir wollen, oder nicht.
Und wir müssen uns fragen: Wie gehen wir damit um?
Angst zu haben, sich hilflos und ohnmächtig zu fühlen, das ist im Ausnahmezustand normal und menschlich. Entscheidend ist, dass wir nicht darin stecken bleiben. Und dass das möglich ist, daran glaube ich.

„Menschlichkeit ist unserer stärkste Waffe.“ Meinen viele. Diese Menschlichkeit hat sich zum Beispiel in München gezeigt, wo viele ihre Türen geöffnet haben – für die, die Schutz gesucht haben in dieser Nacht. Und Menschlichkeit passiert dort, wo Menschen sich weiterhin unbeirrt für Flüchtlinge einsetzen. Aber Menschlichkeit braucht auch Mut und ein festes Herz. Und manchmal erreicht der Ausnahmezustand auch die mutigsten Herzen.

In der Bibel gibt es viele Erfahrungen mit dem, was wir „Ausnahmezustand“ nennen. Vor über 2000 Jahren hat der Prophet Jesaja deshalb sinngemäß gesagt: „Selbst wenn die Berge weichen und Hügel umfallen, Gott wird weiterhin da sein für euch. Seine Güte und sein Frieden werden euch begleiten, was immer auch geschieht."

Mir hilft das in Zeiten des Ausnahmezustands. Es tut mir gut. Und ich vertraue darauf, dass Gott da ist, auch wenn ich seine Nähe nicht spüren kann. Das hilft mir, bei dem zu bleiben, wovon ich überzeugt bin. Dass Menschlichkeit unsere stärkste Waffe ist. Überall auf der Welt. Ohne Ausnahme.

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