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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

All eure Sorge werft auf Gott. Er sorgt für euch.
So ähnlich hat das Jesus einmal gesagt.
Damals haben die Leute auch guten Grund gehabt, sich Sorgen um ihre Zukunft zu machen. Es gab zwar keine Terroranschläge, aber auch damals war das Leben unvorhersehbar.
Jesus hat gemeint: Es gibt einen Punkt, da hilft alles Vorausschauen und sich Gedanken machen nicht. Im Gegenteil: Es lähmt. Und schafft neue Probleme.
Natürlich sollte man vor-sorgen, und sorgfältig überlegen, was man tut.
Als Mutter sorge ich mich um meine Tochter: Geht es ihr gut? Hat sie alles, was sie braucht?
Meine Mutter kümmert sich um ihre Rente. Sie sorgt dafür, dass sie genug zum Leben hat, wenn sie nicht mehr arbeiten kann. Und viele Ehrenamtliche kümmern sich um die Flüchtlinge, die jetzt bei uns wohnen. Sie machen sich Gedanken, wie sie die Menschen mit Essen, Kleidung und Medikamenten versorgen. Wie sie es schaffen, die Menschen gut durch den Winter zu bringen. Sie machen sich Gedanken, wie sie sich jetzt nach den Terroranschlägen in Paris verhalten sollen.
Jesus sagt: All eure Sorge werft auf Gott. Er sorgt für euch.
Mich entlastet das. Denn auch wenn ich mich noch so sehr um meine Tochter sorge, ich habe es nicht in der Hand, dass ihr nichts passiert. Meine Mutter hat es nicht in der Hand, ob ihre Rente sicher ist.
Und was die Bedrohung durch Terroristen angeht: Eine letzte Sicherheit gibt es nicht für uns. Mit der Unsicherheit, mit der Angst und den Gefahren müssen wir leben.
Wir könnten uns zurückziehen, nicht mehr auf den Weihnachtsmarkt, nicht mehr unter Leute.
Aber so möchte ich nicht leben.
Jesus sagt: Vertraut auf Gott! Vertraut ihm eure Angst an. Und all das, was ihr nicht in der Hand habt.
Mir hilft das, wenn ich morgens meine Ängste bei Gott abladen kann. Und ich bitte ihn, dass er auch heute da ist und uns begleitet. Wo immer wir hingehen.

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