Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR4 Abendgedanken

So viele Menschen sind auf der Flucht. So viele fliehen vor Krieg und Not aus ihren Heimatländern. Das Drama scheint kein Ende zu nehmen. Der Winter steht bevor. Viele Menschen sind noch unterwegs auf der Strecke, ohne zu wissen, ob sie jemals ankommen werden.

Ich denke an die vielen Familien, die Kinder, die älteren Menschen, die unterwegs nach Deutschland sind. Es ist so eine große Not. Gott sei Dank schauen viele nicht nur zu, sondern helfen und packen mit an, wo immer sie nur können.

Wenn ich die Nachrichten zur Flüchtlingspolitik sehe, spüre ich so eine Hoffnungslosigkeit in mir. Es gibt keine einheitliche Hilfelinie, stattdessen werden Mauern und Kontrollen eingeführt, ja sogar Züge gestoppt. Wo soll das hinführen? Es geht doch um Menschen in Not.

Was mir hilft, ist es, meine Wünsche für die Menschen als Bitte an Gott zu richten. In der Hoffnung, dass die vielen Menschen endlich ankommen können und Geborgenheit und eine neue Heimat finden hier bei uns.  

Guter Gott,  so viele Menschen sind auf dem Weg. Viele hoffen auf ein besseres Leben in einer besseren Welt. Hier bei uns. Manche verunsichert das. Das kann ich verstehen. Mich beeindrucken Menschen, die trotzdem ein offenes Herz haben und in der Not helfen. Es ist so wichtig, jetzt auf das Gemeinsame zu schauen und nicht auf das, was uns trennt. Um des guten Friedens willen.

Es tut gut zu sehen, wie viel geholfen wird, wieviel Gutes getan wird.

Das alles macht mir Mut, dass ein besseres Leben für die vielen Menschen auf der Flucht möglich ist. Besonders für die, die es bitter nötig haben.

Ich glaube, so magst du uns sehen: Wie wir füreinander einstehen. So hätte Jesus es doch auch getan. Jesus ist zu denen gegangen, die am Rand sind, die an den Zäunen stehen. Er hat sie berührt, ihre Not gesehen und ihnen zugehört. Das ist schon mal ein Anfang, denke ich.

Das möchte ich auch, auf fremde Menschen zugehen, ohne Vorurteile, ohne Ängste. Egal, was andere sagen.

Ich vertraue darauf, dass du es gut meinst mit allen Menschen.

Guter Gott, stehe uns bei, wenn wir einander helfen, gib uns die Kraft, den Mut und die Ausdauer einander auf Augenhöhe zu begegnen. So dass wir sehen, was der andere jetzt gerade dringend braucht.

Vielleicht ein offenes Ohr, eine warme Schlafstelle, ein Kleidungsstück oder jemanden, der ihn tröstet. Lass mich da sein, wenn mich jemand braucht. Amen.

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=20646