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SWR3 Gedanken

Eine Frau sitzt mit uns in unserem Gesprächskreis.
Es ist eine seltsame Gemeinschaft von Zweiflern und anderen Gläubigen.
Eine sagt, wenn sie von ihrer Familie erzählt:
Das waren die Frömmsten, das sind sie immer noch,
die wissen genau, was richtig ist und was Gott will.
Und wenn du anfängst zu denken und nicht aufhören kannst,
Fragen zu stellen, dann sagen sie:
„Hör doch einfach auf mit dem denken!“
Die Frau ist verheiratet, mit einer Frau.
Das war undenkbar in ihrer Familie.
Weil die Bibel das so sagt, dass es ein Gräuel sei,
wenn Mann und Mann und Frau und Frau beieinander liegen.
Da hat sie aufgehört, an diesen Gott zu glauben.
Bei dem sie, so wie sie ist, nicht sein durfte. Schließlich hat sie es sich
nicht ausgesucht. Sie hat es nicht entschieden.
Vielleicht hat Gott das so entschieden. Ich habe zu ihr gesagt, dass ich
überzeugt bin:
Gott hat nichts gegen Liebe,  wie auch immer man sie lebt.
In der Bibel ging es damals um Macht und um Missbrauch von Macht.
Denn damals haben sich erwachsene Männer kleine Jungs genommen,
in Griechenland durchaus üblich, Christen wie Juden aber war es ein Gräuel.
Die Liebe aber gibt es nicht ohne Respekt und gegenseitige Wertschätzung,
auch und gerade dann, wenn sie so bedroht und von außen so angefeindet ist.
Wie die zwischen Frau und Frau und Mann und Mann.
Ich glaube, dass Gott die Liebe liebt.
Und sich finden lässt, in der Liebe.
Auch in der zwischen Frau und Frau.

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