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SWR2 Wort zum Tag

Wie soll ich mein Leben führen und gestalten? Was kann ich tun, damit mein Leben gelingt? Das sind Fragen, die viel umtreiben. Und viele Bücher, Ratgeber und Internetseiten antworten darauf. Geben Tipps für das richtige, gute und gelingende Leben. Was aber das Leben selbst ist, das wird nur selten thematisiert. Der christliche Glaube bietet hier drei unterschiedliche Antworten an. Erstens: Gott ist das Leben (Röm 9,26; Ps 18,47). Und der Mensch Teil an diesem Leben Gottes. Warum? Weil Gott als Schöpfer (Gen 1,2; Ps 36,10) dem Menschen das Leben schenkt. Und der Mensch verdankt sein Leben Gott. Deshalb wird häufig von der Heiligkeit des Lebens gesprochen. Weil alles Leben mit Gott in Verbindung steht. Und deshalb ist mein Leben auch ganz unabhängig von Leistungen oder Fähigkeiten. Denn es gründet in Gott. Da spielt es keine Rolle, was ich kann oder mache. Zweitens: Das Leben des Menschen ist eng verknüpft mit seinem Handeln. Die Bibel lässt Gott sagen: „Ihr sollt auf meine Satzungen und meine Vorschriften achten. Wer sie einhält, wird durch sie leben." (Lev 18,5) Leben und Lebendigkeit speisen sich also auch daraus, was der Mensch tut. Eine Alltagserfahrung verbirgt sich dahinter. Ich spüre: Es tut mir gut, wenn ich Gutes tue, richtig handle. Das macht mich glücklich, lebendig. Drittens: Leben steht in Beziehung. Wenn ich mein Leben Gott verdanke, dann steht dieses Leben natürlich in enger Verbindung zu Gott. Aber ich erfahre auch: Egal, was ich in meinem Leben mache, andere sind davon berührt. Leben ist ohne Beziehung zu anderen Menschen gar nicht denkbar. Ohne Eltern, die mich aufziehen, ohne Freunde, denen ich begegne, ohne Nachbarn und Kollegen. Gott ist Leben und schenkt mit Leben, mein Leben ist mit meinem Handeln verbunden, ich stehe in Beziehung zu anderen: Drei wichtige Aussagen zum Leben. Sie münden in die Forderung, dass ich mein Leben gestalten muss. Leben lebt sich schließlich nicht von alleine, sondern muss gelebt werden.  Jeden Tag. Dabei darf ich nicht vergessen, dass das Leben auch auf mich zukommt. Etwa in Geburt und Tod. Aktiv leben und passiv das Leben entgegennehmen, das ist christliche Lebenskunst.

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