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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Geht es mit der Ehe aufwärts oder abwärts?
Die Deutschen haben offenbar immer weniger Lust auf die Ehe. Die Zahl der Eheschließungen sinkt kontinuierlich,  die Scheidungen nehmen zu. Ich bedauere das. Denn für mich ist die Ehe eine besondere, auch religiöse Lebensform. Und ihr Scheitern schmerzt.
Gleichzeitig gibt auch eine positive Entwicklung: Ehen halten immer länger. Auch Ehen, die irgendwann geschieden werden, halten inzwischen  im Schnitt über 14 Jahre.
Beide Entwicklungen passen durchaus zusammen: Heute muss niemand mehr heiraten. Weder eine überraschende Schwangerschaft, noch gesellschaftliche Konventionen oder wirtschaftliche Not zwingen zur Ehe. Das war nicht immer so. Lange war für viele Frauen die Ehe gleichbedeutend mit sozialer Sicherheit, und eine Scheidung war eine wirtschaftliche Katastrophe. Und überraschende Schwangerschaften wurden früher häufig durch eine rasche Heirat legitimiert. Wer heute heiratet, tut es, weil er oder sie es will. Und die Statistik belegt anscheinend: diese Freiwilligkeit bekommt auf's Ganze gesehen den Ehen: Sie halten länger. Diese doppelte Entwicklung ist bedauerlich und positiv zugleich.  Die geringe Zahl der Eheschließungen ist bedauerlich. Denn auch heute verbinden die meisten jungen Menschen ihre Vorstellung vom Glück immer noch mit Ehe und Familie. Die Frage bleibt offen, warum sie trotzdem vor der Ehe zurückschrecken. Und als Christ bedauere ich, dass nicht mehr Paare ihre Partnerschaft unter den Segen Gottes stellen. Auf der anderen Seite freue ich mich an den langjährigen, häufig lebenslangen Ehen. Sie zeigen, wie es gelingen kann, Partnerschaft zu leben. Mit Höhen und Tiefen. Und sie zeigen, was es heißen kann, unter dem Segen Gottes zusammenzuleben. Meine Hoffnung ist, dass sich suchende Paare von diesen gelingenden Ehen ermutigen  lassen. Sie lägen damit statistisch durchaus im Trend. Denn Ehen halten immer länger.

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