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SWR3 Gedanken

„Seht die Vögel im Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. ...
Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht" - und sie sind doch wunderschön. (Mt 6,26ff)
Oder seht einfach mal nach draußen, guckt den Kindern beim Spielen zu: wie konzentriert und ernsthaft sie spielen und darüber hinaus sich und die Welt komplett vergessen; und doch gehört ihnen, den Kindern das Himmelreich (Mt 19,14).
Wie dem kleinen Frieder.
In unserer Gesellschaft werden Kinder wie Frieder nur allzu oft und allzu schnell als Störfaktoren betrachtet. Dabei können wir doch eine ganze Menge von ihnen lernen.
Da guckt mich der kleine Frieder aus seinen frechen Kinderaugen an und meint: „Wenn du willst, dass ich nachmittags schlafe, dann will ich auch, dass du Orangen und Milch isst. Willst du Orangen und Milch essen?!?"
Ich mag keine Orangen und keine Milch, Frieder weiß das. Wenn ich etwas nicht mag, und das dann auch nicht essen möchte, obwohl es doch so gesund ist, warum sollte Frieder dann nicht auch den Mittagsschlaf verweigern? Warum soll er nicht die gleiche Freiheit haben, etwas nicht zu mögen?
Kinder stellen in Frage, was man für selbstverständlich hält. Was für ein Reichtum an Ideen! Nur, wir profitieren viel zu wenig von diesem Reichtum der Kinder.
Es gibt Eltern, die führen so eine Art Sprüchetagebuch ihrer Kinder. „Frieders gesammelte Sprüche" heißt das dann in Frieders Fall. Auf einer Seite kann man da lesen:
Frieder steht eines Tages nach dem Kindergottesdienst vor dem Spiegel, betrachtet sich eingehendst darin. und kommt dann zu dem Schluss: „Frieder, du bist eine wunderschöne Lilie auf dem Felde."

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