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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„Dreh dich um, dreh dich um, dreh dein Kreuz in den Sturm".....singt Herbert Grönemeyer in seinem Lied „Zum Meer". Er singt vom verpassten und vom erfüllten Leben, von der möglichen Zukunft - und von der Chance, auch bei schlechtem Start sein Leben zu meistern. Nach vorn soll der Mensch schauen: Hinaus zum weiten Meer! Das klingt verlockend nach Freisein und Zukunft....und macht Angst ....und ist doch wichtig. Aber woher den Mut nehmen für den Weg hinaus aus dem sicheren Hafen? „Dreh dich um" singt Grönemeyer. „Dreh dich um". Das könnte heißen: schau noch einmal, was hinter dir liegt, vielleicht Studium, Schule, eine ungeliebte Arbeitsstelle, eine schwierig gewordene menschliche Beziehung. Aber dann: „Dreh dich um": schau nicht länger auf deine schlechten Chancen von früher, deine bittere Lebensgeschichte. Lass das Schwere dort liegen, und dann die Leinen gekappt, lasse los. „Dreh dich um" kann dann heißen: jetzt schau endlich nach vorn! Sieh in eine neue Richtung! Traue deiner Zukunft! Das braucht Kraft und Mut, vor allem bei Gegenwind. Und deshalb singt Grönemeyer: „dreh dein Kreuz in den Sturm" - das verstehe ich so: nutze die gegebenen Möglichkeiten, die eigenen Begabungen, die Ausbildung, eine stützende Familie, Freunde, Gemeinschaft. „Dreh dein Kreuz in den Sturm" heißt für manche auch: nimm deinen Glauben ernst und die Kraft, die darin liegt. Nutze alles, was Schwung gibt und weitertreibt, was trägt und dir hilft, nach vorne zu kommen. Dazu gehören auch die bitteren Erfahrungen, und Schwierigkeiten, aus denen wir lernen. „Dreh dein Kreuz in den Sturm" - das betrifft täglich einzelne, und immer wieder ganze Generationen: aktuell die vielen jungen Menschen auf dem Weg ins Berufsleben. Ihre Schule ist fertig, oder das Studium, die Ausbildung. Diese jungen Menschen brauchen jetzt besonders viel Mut. Mögen sie den Mut haben, ihr Kreuz in den Sturm zu drehen, damit sie mit großer Kraft vorankommen: Zu ihrem eigenen Leben.

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