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SWR3 Gedanken

"Die Nacht  in der das Fürchten wohnt"
„Die Nacht, in der das Fürchten wohnt, hat auch die Sterne und den Mond". Diesen Satz der Autorin Mascha Kaléko hat mir eine Freundin geschrieben. Sie hat eine ernste Krankheit und ist gerade am Ende der Behandlung. Und jeder, der selbst noch keine schwere Krankheit selbst noch keine schwere Krankheit hatte, kann nur ahnen, durch welch dunkle Nächte man wohl in dieser Zeit wohl durch muss. Schlaflose Nächte, mit Zweifeln und verzweifelten Fragen. Warum? Warum ich? Was wird werden - mit mir und mit denen die mir lieb sind? Wird alles wieder gut? Ernste Fragen in Zeiten einer ernsten Krankheit. Fragen, die besonders bedrängend in der Nacht kommen. Weil die Stille und die Dunkelheit der Nacht den Menschen auf sich selbst zurückwerfen. Und weil die Dunkelheit auch ein Bild ist für Unsicherheit und Angst. Wo auch das Fürchten wohnt. Und genau da kommen die Sterne und der Mond ins Spiel. Nicht als Kitsch, sondern als unumstößliche ewige Hoffnungslichter, die umso heller sind je dunkler die Nacht ist. Hoffnung wieder gesund zu werden. Keine Schmerzen mehr zu haben. Endlich keine Schmerzen mehr zu haben. Hoffnung auf Geborgenheit, in diesem Leben oder wenn es denn sein muss im anderen. Hoffnung durch Menschen. In Zeiten der Krankheit können sich viele Türen öffnen. Mit überraschenden Einblicken, mit schönen Ausblicken. Zum Beispiel wenn Menschen Zeit haben, sich Zeit nehmen füreinander. Das tut einfach gut, allen Beteiligten. Und vielleicht hilft es sogar auch heilen. Wenn Menschen werden wie der Mond und die Sterne. Und wenn es dunkel wird, das Licht der Sonne aufnehmen und es ausstrahlen.

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