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Dr. Ludwig Burgdörfer

Evangelische Kirche

Ich gebe zu: Ich habe einen Lebenslauf. Das fing damit an, dass ich an einem sonnigen Herbstsamstag im September in Breunigweiler geboren wurde. Kurz vor dem Abendessen. Das war im letzten Jahrhundert, nein Jahrtausend, genauer gesagt anno 1956.

Wenn jemand Breunigweiler nicht kennt, dann ist das nicht weiter schlimm, aber schade ist es schon. Weil: es ist nämlich ein wunderschönes kleines Dorf am Donnersberg. Dort bin ich mit meinen beiden älteren Geschwistern zusammen fröhlich auf unserem Bauernhof aufgewachsen. Kälbchen, Kühe, Pferde, Schweine, Hühner, Feld, Wald und Wiese haben mein Weltbild geprägt. Unsere Eltern waren fromm und fleißig. Und wir sollten es auch werden. Ich ging in die Volksschule im Dorf. Da war die Welt noch übersichtlich und kalkulierbar.

Das änderte sich schlagartig, als sie mich nach Kaiserslautern ins Internat des stattlichen Aufbaugymnasiums steckten. Ich begann diesen mühseligen Schulweg tatsächlich mit der Absicht, Pfarrer zu werden. Ich hatte nämlich einen kennen gelernt. Und der war nett. Vom 11. bis zum 18 Lebensjahr lebte und lernte ich in Kaiserslautern, wie es ist, mit vielen Jungs und Mädels zusammen zu sein.

1975 Abitur. Dann Studium der Theologie in Bethel und Heidelberg. Vikariat in Neustadt/Wstr. Erste Pfarrstelle 1981 in Gundersweiler. 10 wertvolle Jahre. Dann Wechsel nach Landau. Nebenbei Promotion in Heidelberg bei Prof. Walther Eisinger über Symbole. 10 Jahre Pfarrer an der schönen Landauer Stiftskirche, davon 6 Jahre Dekan im Kirchenbezirk Landau. Seit 2002 Leiter des Missionarisch Ökumenischen Dienstes der Evangelischen Kirche der Pfalz (Prot. Landeskirche). Das ist ein Zusammenschluss aus Volks - und Weltmission. Im Internet kann man uns bewundern: www.moed-pfalz.de

Jetzt bin ich also ein Wanderprediger und Missionar – alles klar?

Seit 17 Jahren mache ich Anstöße und Morgengrüße in SWR 1 und SWR 4. Das ist wunderbar spannend. Da trifft man die interessantesten Leute morgens im Frühtau. Unter uns gesagt mache ich das eigentlich nur, um mir selber immer wieder den Glauben und den Zweifel an Gott zu erklären. Dass mir dabei so viele zuhören, nehme ich billigend in Kauf. Außer meinem schönen Beruf und diesem einmalig schönen Leben habe ich noch 2 schöne große Kinder, eine schöne Frau, einen schönen Hund und 2 schöne Pferde. Das alles zusammen macht mich glücklich und dankbar.

Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich noch mehr kleine Bücher schreiben. Und obwohl und weil ich ein lachender Christ bin, kümmere ich mich sehr intensiv um den Kummer. D.h.: ich nehme mir vor allem viel Zeit für trauernde Menschen. Das ist eine sehr kostbare Sache. Aber wem sag ich das…