SWR3 Gedanken

17APR2024
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„Zwischen schwarz und weiß gibt es noch viele Farben, da passt ein ganzer Regenbogen dazwischen“. Das hat neulich jemand zu mir gesagt. Und irgendwie hat mir das gut getan.

Ich neige dazu oft Dinge schwarz und weiß zu sehen. Etwas ist gut oder schlecht. Und darüber vergesse ich, dass das ja nicht alles ist. Dass da noch ganz viele Farbschattierungen sind, wenn ich nur bereit bin sie zu sehen. Und wenn ich dazu bereit bin, dann wird das Leben tatsächlich viel bunter. Dann ist eine abgesagte Verabredung immer noch eine Enttäuschung für mich, aber auch eine Chance etwas anderes zu unternehmen. Dann ist der Job, den ich nicht so mag, immer noch anstrengend aber auch eine Möglichkeit mich weiterzuentwickeln und an Herausforderungen zu wachsen. Dann tut der Streit mit dem Freund immer noch weh, ist aber auch eine Gelegenheit an mir zu arbeiten und über meinen Schatten zu springen. Dann ist das fehlende Lieblingseis schneller vergessen und die Chance mal eine neue Sorte zu probieren und positiv überrascht zu werden.

Der Regenbogen, der mein Leben bunter und fröhlicher macht, der mir Alternativen aufzeigt und mir Gelegenheit bietet mich weiterzuentwickeln, der erinnert mich an Gott. In der Bibel wird erzählt, dass Gott der Menschheit eine neue Chance gegeben hat. Anders zu leben, Fehler wiedergutzumachen, neue Wege zu gehen. Der Regenbogen soll die Menschen daran erinnern, dass Gott mit ihnen unterwegs ist und sie nie allein lässt. Besonders nicht auf den neuen Wegen.

Ich versuche das. Nicht mehr so viel schwarz und weiß zu sehen, sondern den ganzen Regenbogen in meinem Leben wahrzunehmen. Dann lebt es sich nämlich echt leichter.

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