"Trauern erlaubt!" - live

Ein Projekt der Katholischen Rundfunkarbeit am SWR. Das Team Stuttgart gestaltet mit Kooperationspartnern in der Region einen Abend für Menschen, die Verluste unterschiedlicher Art erlebt haben.

Mit Musik, Snacks und Segen - Stärkung erfahren an neuen Orten

Wir laden ein, Geschichten und Lieder miteinander zu teilen, wer mag, kann ins Gespräch kommen, mit dem Tischnachbarn oder Seelsorgern. Es gibt einen kleinen Snack und Wissenswertes rund ums Thema Trauern. Ein Abend, der guttut, an dem alles Platz hat: weinen, lachen, genießen, singen, reden oder schweigen. Am liebsten sind wir zu Gast in einem Café oder einem anderen schönen, möglichst nicht-kirchlichem Ort.

Melden Sie sich gerne, wenn Sie Interesse haben, mit uns zusammen eine Veranstalung zu planen! Am besten per Mail an: manuela.pfann@kirche-im-swr.de

Kommende Veranstaltungen

27. März 2026:
Citykirche Reutlingen

Frühjahr/Sommer 2026:
Café Inspiration, Bestattungshaus Rilling, Tübingen

Herbst 2026:
Café Deschawü, Plochingen

Rückblick

"Trauern erlaubt!" im Mai 2025 im Café Deschawü in Plochingen

Programmheft

Trauern - gut zu wissen

Was ist eigentlich Trauer?

Trauer ist erst mal eine „normale“ Reaktion, wenn wir etwas oder jemanden verlieren. Die Philosophin Judith Butler fasst ganz gut zusammen, was trauern bedeutet: Sie sagt, Trauer sei die Akzeptanz der „Tatsache, dass einen der Verlust, den man durchmacht, verändern wird.“ Trauern hat „damit zu tun, eine Verwandlung zu akzeptieren, bei der man nicht vorhersehen kann, was an ihrem Ende steht.“

Was passiert in unserem Kopf, wenn wir trauern?

Menschen oder auch Tiere, mit denen wir eine enge Verbindung haben, die prägen uns; wie wir denken, wie wir fühlen und wie wir handeln – sie hinterlassen deshalb Spuren in unserem Gehirn. Und diese Spuren verschwinden nicht einfach, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind. Wenn wir jemanden vermissen, dann sind bestimmte Bereiche im Gehirn aktiv. Und deshalb rechnen wir zum Beispiel damit, dass ein Verstorbener plötzlich zur Türe reinkommt oder dass unser Hund da drin jetzt auf uns wartet und uns gleich mit freudigem Gebell begrüßt. Auch wenn dann niemand da ist, diese Spuren im Kopf, die bleiben. Sie verändern sich nur mit der Zeit.

Wieso ist das eigentlich so schwierig mit dem Trauern?

Trauern hat irgendwie nicht so richtig Platz in dieser Welt, in der wir gerade leben. Dafür gibt es einige Gründe. Hier die Wichtigsten:
Traditionen und Trauerrituale geraten immer mehr in Vergessenheit. Sie werden kaum mehr weitergegeben, weil die Generationen nicht mehr wie in früheren Zeiten unter einem Dach leben. Und: Die meisten Menschen sterben nicht zuhause, der Tod ist also erst mal ein Stück weit weg. Eine Rolle spielt auch, dass mittlerweile weniger als die Hälfte aller Bestattungen kirchlich sind. So kommen immer weniger Menschen in Berührung mit christlichen Trauer- und Trostritualen. 

Wir leben in einer Zeit, in der für viele an erster Stelle steht: Ich möchte glücklich sein und gute Gefühle haben. Da ist wenig Platz für negative Emotionen. Der Soziologe Andreas Reckwitz beschreibt das als eine „Positivkultur“.

Und: Wir hätten gerne, dass alles schnell wieder gut wird, dass die Dinge und wir selbst wieder funktionieren. „Leistungsgesellschaft“ heißt das Stichwort. Und das ist genau das Falsche, wenn es ums Trauern geht. Fürs Trauern darf und muss man sich Zeit nehmen!

Gedanken und Impulse

Trauern gehört zum Leben, es gibt kein Leben ohne Verlust und Abschied - und doch ist es oft so schwer, mit diesem Gefühl umzugehen. Wir haben einige Radio-Beiträge zusammengestellt, zu den Themen Abschied und Verlust, Trauer, Trost und Hoffnung. Vielleicht sind sie Ihnen hilfreich.

Abschied und Verluste gehören zum Leben. Immer wieder aufs Neue.
Und dabei geht es nicht immer ums Sterben.

Hier weiterlesen

Irgendwo ist Trost und Hoffnung.
Trost ist etwas anderes als "Vertröstung.
Ein paar Gedanken und Texte dazu gibt es

hier

Jeder Mensch trauert anders, trauern ist höchst individuell - und dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Sondern nur: Trauern ist wichtig. 

Einige Erfahrungen

Kurze Expertengespräche

Brauchen wir einen Ort, um zu trauern? Wann ist die Trauer vorbei? Soll ich meinen Partner loslassen? Was tröstet? Diese Fragen und noch einige mehr haben wir Menschen gestellt, die sich intensiv mit Trauer und Verlusten beschäftigen. Hier finden Sie eine Auswahl aus der Sendereihe "SWR1 Begegnungen".

Zu den Beiträgen

"Trauern erlaubt!" - Über uns

Warum gibt das Projekt?

Alle in unserem Stuttgarter Team der kath. Rundfunkarbeit haben unterschiedliche Erfahrungen mit Verlusten und mit der Trauer. Und allen geht es ähnlich: Es ist gar nicht so leicht, über Trauer zu reden. Dasselbe schreiben uns viele Hörerinnen und Hörer, wenn wir unsere Geschichten im Radio teilen. Und dabei geht es nicht nur um den Tod, denn: Wir alle verlieren immer wieder Dinge, die uns viel, manchmal sehr viel bedeuten. Und nach jedem Verlust ist unser Leben anders als davor. Das ist nicht nur so bei den ganz schlimmen Verlusten, die uns aus der Bahn werfen, zum Beispiel wenn liebe Menschen sterben. Wir trennen uns, verlieren den Job oder müssen uns von Lebensträumen verabschieden. Wir werden krank und verlieren, manchmal für immer, unsere Gesundheit. Manche müssen die Heimat verlassen oder verlieren Freunde. 

Um über all das ins Gespräch zu kommen, um Worte zu finden, haben wir "Trauern erlaubt!" initiiert.