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In der Bibel sagt einer: „Danke Gott, dass du mich so wunderbar gemacht hast“ Die Ärztin und Buchautorin Guilia Enders kann dem viel abgewinnen, wenn vielleicht auch anders als gedacht. Sie sagt:
Je mehr ich über den Körper weiß, umso besser passt das. Body Positivity – also die Haltung, den eigenen Körper anzunehmen und zu feiern – funktioniert bei mir nicht über gut gemeint Sätze wie „Du bist schön, so wie du bist!“. Wenn ich aber eine Videomikroskopie von den Sensorzellen des Ohres sehe, wie sie im Takt von Elvis Presley tanzen, oder von Immunzellen, die jede einzelne Körperzelle abtasten, um sicherzugehen, dass es mir gut geht, dann spüre ich diesen Wert. In solchen Momenten kommt bei mir Liebe auf: Liebe für einen Körper, den ich haben darf und der alles für mich tut, was er kann.
Aus: Chrismon Plus, Ausgabe 9/10 25, S. 83
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45177Der Musikkabarettist Bodo Wartke erzählt, wie er sich Gott oder das Göttliche vorstellt. Er sagt:
In den Momenten, in denen Kunst sich durch mich ereignet, fühle ich mich getragen. Ich denk nicht: Ich geiler Checker, was ich für krasse Sachen getextet und komponiert habe! Ich fühle mich eher wie ein Medium, etwas will sich ereignen – und ereignet sich durch mich.
Da fühle ich mich sehr verbunden und auch gebraucht. Und ja, vieles spricht dafür, dass es eine göttliche Kraft gibt. Das Leben wollte in die Welt, und sobald die Umstände günstig waren, passierte es in einer Wahnsinnsopulenz und Pracht. Woraus wir bestehen – Stickstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff usw. -, könnte man rumliegen lassen. Warum hat die Materie Lust, etwas Neues auszuprobieren? Ich glaube, dahinter steckt eine Haltung, kein Masterplan, ich glaube, es ist eher Neugier: Mal gucken, was dabei herauskommt.
Aus: Chrismon Plus, Ausgabe 5/6 26, S. 26
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45176Die Journalistin Monja Stolz geht gerne in den Gottesdienst und trifft sich mit anderen Frauen, um sich über ihren Glauben zu unterhalten. Anderen gegenüber spricht sie aber eher vorsichtig über ihren Glauben. Sie sagt:
Mein Ziel ist es nicht, schamlos zu werden. Ich habe nicht das Bedürfnis zu missionieren. Es ist mir egal, ob mein Umfeld an meinen Gott glaubt oder nicht. Ich freu mich jedoch, wenn jemand Interesse an meinem Glauben zeigt, da ich aus diesem viel Kraft ziehe und ihn deshalb gern teile. Im Grunde möchte ich aber einfach frei mit dem umgehen können, was so eng zu mir gehört, ohne dafür verurteilt zu werden.
Weiter sagt sie, dass ihr dabei Humor hilft, wenn sie erzählt:
Als eine Freundin nach dem Gottesdienst fragte: „Na, hast du gut gebetet?“, sage ich: „Ich habe so fleißig gebetet, dass es für uns beide reicht“.
Chrismon Plus, Ausgabe 5/6 26, S. 61
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45175Wie startet man am besten in den Tag? Der Autor und Zeichner Austin Kleon findet: besser nicht mit den Nachrichten. Er erklärt, warum:
Ein Freund von mir hat mal gesagt, er wisse nicht, wie lange er noch jeden Morgen zu dermaßen schrecklichen Nachrichten aufwachen könne. Ich habe ihm vorgeschlagen, gar nicht zu Nachrichten aufzuwachen – und das sollte auch sonst niemand tun.
Es passiert so gut wie nichts in den Nachrichten, was wir unbedingt in den allerersten Minuten unseres Tages wissen müssten. Wenn du gleich nach dem Wachwerden zum Smartphone oder nach deinem Laptop greifst, schreist du regelrecht nach Anspannung und Chaos in deinem Leben.
Aus: Austin Kleon: Gib nicht auf!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45174Was man einem Menschen schenken könnte, weiß der Autor Jan Frerich. Er sagt:
Das größte Geschenk, das Du jemandem machen kannst, ist, ihm oder ihr Zeit zu schenken. Denn wenn Du jemandem ein Stück deiner Zeit schenkst, gibst Du einen Teil Deines Lebens, der nie wieder zurückkommen wird.
Quelle: Online am 1.7.26 unter: https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-2640
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44908Obwohl er erst dreizehn Jahre alt ist, gilt Mikail Akar als Ausnahmekünstler. Seine Bilder erzielen fünfstellige Summen. Wunderkind will er aber nicht genannt werden. Er sagt:
Ich male, weil es mir Spaß macht. Die Malerei ist meine Leidenschaft – sie ist ein Geschenk von Gott. (…)
Da[..] ist eher nervig, wenn man mir Spitznamen [wie „Wunderkind“ oder „Mini-Picasso“] gibt. Ich heiße Mikail Akar – und nicht „Wunderkind“.
Jedes Kind, jeder Mensch hat ein Wunder in sich.
Quelle: Online am 1.7.26: Stars kaufen seine Bilder für viel Geld – dabei ist er erst 13. Interview von Philip Buchen. Online abgerufen unter: https://koeln.t-online.de/region/koeln/id_100960910/mikail-akar-aus-koeln-malt-bilder-fuer-manuel-neuer-und-peter-maffay.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44907Für die Pfarrerin Maike Schöfer war Jesus alles andere als ein harmloser Typ. Sie sagt:
Bis zu meinem Studium hatte ich mir Jesus [so] vorgestellt: groß, mittelblondes, langes, (...) Haar, freundliches Gesicht, blaue Augen und weiß. Mit seiner Gute-Laune-Surferboy-Mentalität lächelte er auf mich herab. Und deswegen war er auch eher uninteressant für mich. Thank you, next, please.
Im Studium aber lernte ich ein anderes Bild von Jesus kennen. Er wandte sich besonders (…) ausgeschlossenen Menschen zu, Frauen, armen Menschen, be_hinderten Menschen, Kindern und Sexarbeiter*innen.
Das war zur damaligen Zeit ein mehr als gewagter Move und ein dickes Nein an die ungerechte Gesellschaft. Zudem (…) lud [Jesus] einfach alle ein, alle, ausnahmslos, mit ihm am Tisch zu sitzen. (…) Jesus war kein weltabgewandter Heiliger, der bequem am Strand mit seinen Surferboys abhing (…). Nein. Er mischte sich ein. Er war ein Unruhestifter.
Quelle: Online am 3.07.26 unter:
https://www.bic-media.com/widget/?isbn=9783492611695&ga=no&buyButton=no&buyUrl=https://www.buchhandlung-wilhelmshoehe.de/shop/item/9783492611695
Schöfer, Maike: Nö – Eine Anstiftung zum Neinsagen. Piper Verlag GmbH, München 2025
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44906Jeder Mensch hat ganz versteckt Wirkung auf andere. Der Autor Jan Frerich sagt:
Du weißt nicht, wie oft dein Lachen jemanden wieder aufgerichtet hat. Du weißt nicht, wessen Tag du gerettet hast mit nichts weiter als Deiner Anwesenheit. Irgendwo trägt jemand Dein Wort in sich wie einen Samen. Irgendwo wärmt jemand die Hände an der Erinnerung an Dich. Du bist also nicht bloß das Chaos, das Du vielleicht gerade im Spiegel siehst. Du bist immer mehr, als Dein Blick fassen kann.
Quelle: Online am 1.7.26 unter: https://www.barfuss-und-wild.de/seelenfutter-2711
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44905Was das Entscheidende am Glauben ist, das formuliert Papst Leo XIV. so:
„Das Entscheidende am Glauben ist nicht, ob man an Gott glaubt oder nicht, sondern, dass man nach ihm auf der Suche ist.“
Quelle: Online am 1.7.26 unter: https://www.herder.de/cig/cig-ausgaben/archiv/2026/10-2026/zitat-der-woche/
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44904Es ist möglich, im ganz normalen Alltag etwas von Gott zu spüren. Davon ist die Pastorin Sophie Hobert überzeugt. Dazu erzählt sie folgendes:
Die Kinder wollten Wassermelone. (..). Ich nicht. Ich sah nur: riesig, schwer, unhandlich. (…) Aber natürlich hab ich’s gemacht. Ein sonniger Nachmittag. (..).
Ich schneide die Melone auf – sie duftet schon nach Sommer. Wir beißen rein: so süß, so saftig. Und auf einmal ist alles da, was wir gerade brauchen. Erfrischung. Nähe. Leichtigkeit. Kerne fallen, Saft tropft, Gespräche fließen.
Und ich denke: So ist Gott. Schenkt Süße – aber nicht zuckrig. Löscht den Durst, wenn das Leben trocken war. Stiftet Gemeinschaft (…). Manche Kerne stören. Aber sie gehören dazu. Ohne sie wäre es nicht echt.
Warum also nicht sagen: Ich habe Gott geschmeckt. Im Lachen der Kinder, im Teilen eines Moments, im süßen Biss in ein Stück Melone. Manchmal kommt das Heilige ganz nebenbei. Und schmeckt nach Sommer.
Quelle: Online am 1.7.26 unter: https://www.kirche-ll.de/nachrichten/aktuelles/details/das-wort-zur-woche-sophie-hobert-1.html
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44903
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