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18JAN2026
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Manchmal trifft ein Popsong einen Nerv. Mit dem Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ geht mir das so. Auch ich finde mich manchmal darin wieder. Es ist ein Lied, das in einfachen Worten die Wechselfälle des Lebens besingt.

Manchmal geh ich meine Straße ohne Blick
Manchmal wünsch ich mir mein Schaukelpferd zurück
Manchmal bin ich ohne Rast und Ruh
Manchmal schließ ich alle Türen nach mir zu
Manchmal ist mir kalt und manchmal heiß
Manchmal weiß ich nicht mehr was ich weiß
Manchmal bin ich schon am Morgen müd
Manchmal such ich Trost in einem Lied

Im Jahr 1978 wird der Song von der DDR-Rockband Karat veröffentlicht. Im Westen ist es Peter Maffay, der ihn populär gemacht hat. In Osten wie im Westen Deutschlands wird er schnell zu einer Art Volkslied.
Weil er etwas beschreibt, was jeder und jede kennt: Höhen und Tiefen, Wege und Sackgassen. Das Leben, wie es eben sein kann. Und einen manchmal hilflos und ratlos zurücklässt. Gäbe es nicht den Trost, den ein solches Lied  vermittelt. Denn es gibt nicht nur Abgründe. Sondern auch Brücken, die über diese Abgründe führen.

Über sieben Brücken musst du gehen
Sieben dunkle Jahre überstehn
Sieben Mal wirst du die Asche sein
Aber einmal auch der helle Schein

Die Sieben spielt eine besondere Rolle. Ich denke an die sieben mageren und fetten Jahre, wie sie im Alten Testament beschrieben werden. Und sprichwörtlich geworden sind. Nach Zeiten des Mangels kommt wieder eine Zeit der Fülle. Und umgekehrt.
Auch das biblische Bild von den sieben Schöpfungstagen fällt mir ein. Als sich aus dem Chaos des Urzustandes nach und nach Leben entfaltet. Da steht die Sieben für Vollkommenheit und Ganzheit.
Mit solchen Aussichten kann ich vielleicht manche Unruhe und manche Leere besser ertragen.

Manchmal scheint die Uhr des Lebens still zu stehn
Manchmal scheint man nur im Kreis zu gehen
Manchmal ist man wie von Fernweh krank
Manchmal sitzt man still auf einer Bank
(Manchmal greift man nach der ganzen Welt
Manchmal meint man dass der Glücksstern fällt
Manchmal nimmt man wo man lieber gibt
Manchmal hasst man das was man doch liebt

Ja, es gibt Situationen, da scheint alles zu Asche zu werden. Meine Pläne. Eine Beziehung. Ein ganzes Leben. In der Bibel ist von Asche immer dann die Rede, wenn es um die Zerbrechlichkeit und Endlichkeit des Lebens geht.
Aber da leuchtet auch - nicht zu übersehen - ein heller Schein auf! Es gibt  das wunderbare Bibelwort vom hellen Schein, den Gott in unsere Herzen gelegt hat.
„Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben.“
Am Ende des Liedes ist der Lichtblick stärker als die Asche. Hoffnung auf Zukunft! Mag mir der Tunnel noch so endlos erscheinen...

Über sieben Brücken musst du gehen
Sieben dunkle Jahre überstehn
Sieben Mal wirst du die Asche sein
Aber einmal auch der helle Schein

                                                   ***

CD: Über sieben Brücken, Karat 2, BMG, Amiga, LC 0055

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11JAN2026
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Im heutigen Lied zum Sonntag kann man jemanden hören, der mit melancholischem Ton auf sein Leben zurückschaut. Oder ist es doch eher das Lied eines Sturkopfes, der sein eigenes Ding durchgezogen hat? 

In meinen Ohren klingt „My way“ von Frank Sinatra nach einem Menschen, der singt und sich dabei mit dem eigenen Lebensweg versöhnen möchte.

Wer die Geschichte von „My way“ kennt, hört in diesem Lied mehr als die Botschaft: „I did it my way“ – „Ich hab´s auf meine Weise getan“. Dieses Lied steht dafür, dass auch etwas, das anfangs nichts Besonderes war, mit der Zeit zu etwas Großartigem werden kann.

Denn erst schrittweise ist dieses Lied zum absoluten Welthit geworden. Zuerst hat der Komponist Jaques Revaux in den 1960er Jahren die Melodie erschaffen. Die erste Variante mit englischem Text war ein Flop, die zweite Version mit französischem Text wurde in Frankreich dann mittelmäßig erfolgreich. Sie heißt „Comme d´habitude“ und wurde von Claude Francois gesungen:

1) Je me lève et je te bouscule.

Tu ne te réveilles pas comme d'habitude.

Sur toi je remonte le drap,

j´ai peur que tu aies froid comme d'habitude.

Ma main caresse tes cheveux...

 

„Comme d´habitude“ - ein französisches Chanson mit mittelmäßigem Erfolg. Aber als der junge kanadische Sänger Paul Anka nach Paris kommt und zufällig dieses Lied im Radio hört, hat er sofort die Idee, einen eigenen englischen Text zur Melodie zu schreiben. Er schreibt „My way“, zugeschnitten auf Frank Sinatra, der in der Mitte seines Lebens zurückschaut, melancholisch und versöhnlich, aber auch stolz und mit einer Prise Trotz.

Da heißt es in der zweiten Strophe: „Es gibt schon ein paar Dinge, die ich bereut habe, aber dann auch wieder zu wenige, als dass ich sie erwähnen muss. Ich habe getan, was ich tun musste.“

2) Regrets, I've had a few

But then again, too few to mention

I did what I had to do

And saw it through without exemption.

         I planned each charted course;
         Each careful step along the byway,
         But more, much more than this,
         I did it my way.

 

 

Ich kann meinen Weg schrittweise finden. Und manches braucht mehrere Anläufe, wie das Lied selbst: Es heißt, Frank Sinatra habe am Anfang mit „My way“ gefremdelt, und doch ist er damit berühmt geworden, schließlich hat er das Lied über tausendmal gesungen. Dieses Lied, das er gar nicht alleine erschaffen hat. Da war Jaques Revaux, dem die Melodie eingefallen ist, da war der Sänger Claude Francois, der es zuerst interpretiert hat, dann Paul Anka, der dem Song den neuen Text verliehen hat. Erst dann hat es Frank Sinatra quasi in Empfang genommen.

„My way“ – Da geht ein Mensch den eigenen Weg, gleichzeitig lässt er sich inspirieren und wird erst zusammen mit anderen schöpferisch.

Wohl dem, der so auf sein Leben zurückschauen kann wie es im Lied heißt: „Ich stellte mich dem Ganzen und ich stand aufrecht, und ich habe es auf meine Art gemacht.“

 

         3) ... and did it my way.

         Yes, it was my way.

 

Quellen:        1) Instrumentalversion, Peter Herbolzheimer SWF-Formation add. strings, My way, M0535943(AMS)

2) „Comme d´habitude“, Claude Francois, M0300410(AMS)

3) „My way“, Frank Sinatra, 50th

Anniversary Edition, Best of France - Vive la France, M0578782(AMS)

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04JAN2026
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Mit einem leeren Rucksack sitze ich  auf dem Boden und überlege, was ich mitnehme ins neue Jahr. Was Sportliches mit viel Bewegungsfreiheit? Was Luftiges für die heißen Tage? Was Buntes, weil das Leben so schön ist? Was Graues, was für schwierige Zeiten? Mit einer ausgeblichenen Jeans in der Hand frage ich mich, wo eigentlich die Zeit geblieben ist. Die Jahre veralten, dichtet Jochen Klepper. Wie mein T-Shirt, wie meine Jeans. Wie Gewänder.

Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns gechenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.

Jochen Klepper blickt zurück auf das Jahr 1937. Ein  Jahr voller  Kopfschmerzen und schlafloser Nächte. Das Jahr, in dem er aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen wurde. Ein Jahr der Zumutungen für seine jüdische Frau und die beiden Stieftöchter. Das Jahr, in dem er zum Dichter geistlicher Lieder wurde. Am letzten Tag dieses Jahres  schreibt Jochen Klepper in sein Tagebuch: Gott hat im alten Jahr ein „neues Lied“ gegeben. Das muss nun geglaubt sein.

Jochen Klepper findet Trost in der Bibel. Und diesen Trost verwandelt er in Gedichte. Er gibt den Trost weiter – und tröstet sich damit auch selbst.
In seinem Tagebuch schreibt er: Ich schrieb ein neues Kirchenlied, wie oft, wenn mir um Trost sehr bange ist. Nach neuen Kirchenliedern ist immer wieder der Friede, der im Herzen herrscht, auch in den Sinnen und Nerven.
Im Neujahrslied verarbeitet Klepper Verse aus Psalm 102:
Du aber bleibst, wie du bist, Gott, und deine Jahre nehmen kein Ende.

Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht:
Nur du allein wirst beiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.

Mein Rucksack ist gepackt für das neue Jahr. Proviant für gute und für schlechte Zeiten. Jochen Kleppers Lied ist auch drin.

Es erinnert mich an die Mechanismen autoritärer Herrschaft. Und daran, mich für unsere Demokratie einzusetzen, wo immer das möglich ist. Jochen Klepper, seine Frau und seine jüngere Stieftochter haben sich 1942 unter dem Druck der Repressalien das Leben genommen. Wir sterben nun, ist Jochen Kleppers letzter Eintrag ins Tagebuch. Auch das steht bei Gott.

Siegfried Reda hat zu Jochen Kleppers Text eine Melodie geschrieben. Sie ist unstet, wechselt zwischen Zweier- und Dreier-Rhythmen, pendelt hoch und runter. Aber sie kann nicht anders, als in jeder Zeile wieder auf dem gleichen Ton zu landen. Beim Singen spüre ich: Ich gehe nicht verloren.

Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
Im Fluge unsrer Ziten:
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

 

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28DEZ2025
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Die Engel dürfen an Weihnachten nicht fehlen. Erst durch sie wird klar, wer da in der Krippe im Stall von Bethlehem liegt: Gottes Sohn. So singen sie: „Gloria in excelsis Deo“ - „Ehre sei Gott in der Höhe“. Kein Wunder, dass ihr Gloria in vielen Weihnachtsliedern erklingt: 

 

An Weihnachten öffnet sich der der Himmel und Gott sagt allen Menschen guten Willens seinen Frieden zu. Seinen Shalom. Ein Frieden, der alle und alles miteinander verbindet. Gott und die Menschen, die Menschen untereinander – ja die ganze Schöpfung ist dann im Einklang.

Das Gloria der Engel bleibt nicht auf Weihnachten begrenzt. Es begleitet uns weiter durch das ganze Jahr, nämlich im Gloriagebet, das zum Eröffnungsteil der Messe gehört. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seiner Gnade.“ Mit den Worten der Engel loben und preisen die Gläubigen ihren Gott. Bis auf die Adventszeit - hier wird das Gloria bewusst ausgesetzt, und es erklingt dann in den weihnachtlichen Gottesdiensten umso festlicher, wie zum Beispiel in der bekannten h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach:

Bach hat viele seiner Werke mit der Widmung „soli Deo gloria“ unterschrieben: Allein Gott sei Ehre. Und in diesem Gloria ist das zu spüren, wenn Bach alles erklingen lässt, was Sänger und Orchester zu bieten haben, und die Sängerinnen und Trompeten bis in die höchsten Höhen steigen. So lässt uns Bach die Größe Gottes erahnen.

Der Gloria-Text der Messe ist wie ein Echo auf das Lied der Engel. Er wurde zu einem Hymnus erweitert, zu einem Lobpreis auf Gott. „Wir loben dich, wir preisen dich, wir beten dich an“ – so heißt es da. Als der Hymnus im 3. Jahrhundert. entstand, galten solche Rufe dem römischen Kaiser, der sich als siegreichen Herrscher feiern ließ. Für die Christen lag der wahre König und Herrscher der Welt hingegen in Windeln gewickelt in einer Krippe. Ausgesetzt und verwundbar. Ihm ging es nicht um die Macht, sondern er wollte den Menschen den Frieden bringen.

Und so komponiert Bach nach der fulminanten Eröffnung in einer ganz anderen Farbe und Stimmung das „et in terra pax“ - „und auf Erden Frieden“. Es beginnt leise, mit tiefen Stimmen, das Orchester begleitet nur. Eher wie eine flehentliche Bitte als eine selbstbewusste Ansage.

Es scheint, als läge der göttliche Friede beim Kind in der Krippe, scheinbar schwach und verletzlich. Doch er ist auf die Welt gekommen und er wächst unter allen Menschen guten Willens.

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21DEZ2025
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Haben Sie noch Platz für Engel?
Ich meine jetzt nicht die kleinen aus Goldpapier und Glitzerglanz. Von denen haben Sie wahrscheinlich schon einige in Ihrem Weihnachtsschmuck.
Nein, ich meine richtige Engel. Boten Gottes. Mit richtigen Botschaften: Frieden auf Erden. Recht und Gerechtigkeit. Den Menschen ein Wohlgefallen.
Über solche Engel haben Pfarrer Olaf Trenn und Kirchenmusiker Günter Brick aus Berlin ein wunderbares neues Lied geschrieben. Mit einem ziemlich schrägen, aber dann doch wieder ganz logischen Gedanken:

„Engel brauchen Landeplätze,
unverbautes Niemandsland,
freie Zeiten, weite Räume,
steigen Leitern auf zum Himmel,
kommen auch in unsre Träume …“

Engel brauchen Landeplätze. So wie ein Rettungshubschrauber: ein bisschen Platz muss sein.
Aber – haben wir Platz? Ich schaue mich um in den Städten, ja: selbst in den Dörfern. Ich schaue in meinen Terminkalender …
Alles ziemlich voll. Wenn tatsächlich ein Engel vorbeikäme und versuchen würde, bei mir zu landen: Könnte er sich noch irgendwo dazwischen quetschen? Und würde ich das überhaupt merken?

„… fahren nieder auf die Erde,
flüstern gute Worte ein,
finde Freunde, Gott behüte
und begleite dich auf Reisen,
suche fliehend seine Güte …“

Wo sich „Güte“ auf „Gott behüte“ reimt, da wäre vielleicht so ein Landeplatz. Oder wo gute Worte nicht nur geflüstert werden, sondern einen Unterschied machen.
Mir fällt dazu ein Gedicht von Rose Ausländer ein:

„Der Engel in dir
freut sich über dein
Licht
weint über deine Finsternis.
Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte Liebkosungen.
Er bewacht
deinen Weg
Lenk deinen Schritt
engelwärts.“

„Engelwärts“, an diesem Wort bleibe ich hängen. Wo ist das? In welche Richtung muss ich gehen?
Da geht es bestimmt zu den Landeplätzen der Engel! Da sehe ich, was Gott verspricht. Auch mir verspricht. Mitten in all dem vorweihnachtlichen Stress.
Engelwärts. Wenn ich dahin gehe, dann kann ein Engel bei mir landen. Und gar nicht gequetscht! Dann haben wir Platz. Dann kommt der Himmel auf die Erde.

„… singen davon, dass Gott klein wird,
haben auf ein Baby acht,
hüten es mitsamt den Großen,
wollen uns auf Händen tragen,
dass wir nicht an Steine stoßen …“

Engel bereiten alles vor, damit Gott kommen kann. Damit Advent wird. Mitten zwischen Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkten, unzähligen bunten Lämpchen. Damit Gott selbst Platz hat bei mir.
In den großen Erwartungen, die auch dieses Jahr vielleicht wieder enttäuscht werden. Weil ich nicht weiß, wie’s geht. Da landet Gottes Engel bei mir und hilft mir. Aus seinen Flügeln rauschen Liebesworte, Gedichte und Liebkosungen.
Und wenn ich mutlos zusammensacke, dann richtet der Engel mich auf. Dann lachen wir gemeinsam. Freuen uns, dass Gott bald da ist.Wie gut, dass der Engel einen Landeplatz bei mir gefunden hat!

„Engel brauchen Landeplätze,
unverbautes Niemandsland,
freie Zeiten, weite Räume,
steigen Leitern auf zum Himmel,
kommen auch in unsre Träume.“

Einen gesegneten vierten Advent wünscht Ihnen Christian Hartung aus Kirchberg im Hunsrück von der evangelischen Kirche!

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Titel / Lied: Engel brauchen Landeplätze (Olaf Trenn / Günter Brick)
Komponist
T: Olaf Trenn (2014)
M: Günter Brick (2014)
Musikquelle
Trenn, Olaf / Brick, Günter: Engel brauchen Landeplätze; Athesinus-Consort Berlin / Klaus-Martin Bresgott; CHORALGUT. 500 Jahre Evangelischer Choral

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43506
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14DEZ2025
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Die Advents- und Weihnachtszeit ist für mich auch eine Zeit der Musik und der Lieder. Und alle Jahre wieder werden da gerne die traditionellen Klassiker geschmettert. Neue Lieder hört man eher selten. Doch ein nicht so bekanntes Lied, bei dem sich das Hinhören durchaus lohnt, ist das Adventslied „Sehen können“ von Eugen Eckert und Joachim Raabe.

 

Erste Strophe :            Sehen können, was kein Auge sieht,
hören können, was das Ohr nicht hört.
Spüren, dass da etwas ist,
noch nicht da, doch schon nah.

 

Manchmal gibt es Momente, in denen man spürt, dass etwas in der Luft liegt, ohne es benennen zu können. „Noch nicht da, doch schon nah“ heißt es im Lied immer wieder.  Advent ist für mich genau dieser Zwischenraum: Warten und Sehnsucht auf der einen Seite und eine Ahnung bis hin zur Gewissheit, dass sich etwas anbahnt, auf der anderen.

Die Sehnsucht und die zarte Ahnung, von dem, was noch nicht da, aber schon nah ist, kommen auch musikalisch zum Ausdruck. Die Melodie steigt langsam, fast vorsichtig an, als würde sie die Nacht abtasten und nach dem ersten Schimmer suchen.
Sie drängt nicht. Sie lässt Raum. Und gerade dieser Raum schenkt die Möglichkeit, eine andere Perspektive einzunehmen, um so neu zu sehen, Anderes zu sehen, sehen zu können, was für die Augen verborgen bleibt. Eugen Eckert hat sich da bei seinem Liedtext von dem Ausspruch des kleinen Prinzen inspirieren lassen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Diese einfache Wahrheit greift er auf und weitet sie auf die anderen Sinne aus. Nicht nur mit dem Herzen sehen, sondern auch mit dem Herzen hören und spüren.

 

Zweite Strophe:           Stehen können, wo sonst Laufen zählt.
Warten können, still in sich vergnügt.
Spüren, dass da etwas wird,
noch nicht da, doch schon nah.

 

Ich mag diese Strophe besonders, weil sie einen anderen Takt in die dichte Vorweihnachtszeit bringt und einen Gegenimpuls zur Hektik und zum Rummel in diesen Tagen schafft. Termine, Erwartungen, Eile - im Advent zählt eigentlich ein anderer Rhythmus und den greift das Lied mit einem kleinen, aber wichtigen Impuls auf: Bleib stehen. Sonst verpasst du das Beste, nämlich die Vorfreude.

Ich bin überzeugt, Gott kommt - und da ist es egal, ob die Wohnung fertig geputzt ist, die Deko perfekt ist, man den Gästen 20 Sorten selbstgebackene Plätzchen anbieten kann.

Gott kommt auch mitten in den Stress, in den ganzen Mist dieser Welt, in die Nacht.

Gott kommt nicht nur dorthin, wo schon alles gut ist, sondern dahin, wo etwas gut werden soll.
Mitten hinein ins Unfertige, ins Suchende, in die Sehnsucht.

 

letzte Strophe:             Hoffen können, auch in tiefster Nacht.
            Leben können. Hier und jetzt und dort.
            Spüren, dass da etwas folgt,
            noch nicht da, doch schon nah.

Die letzte Strophe führt das Lied in die Tiefe. Nicht alles ist hell – auch an Weihnachten nicht.
Es gibt Nächte, die bleiben länger als einem lieb ist. Adventshoffnung ist leise. Das bedeutet nicht, die Dunkelheit zu überspielen oder zu behaupten, dass alles einfach wird. Aber sie traut dem Licht zu, dass es stärker ist als die Nacht.

„Hoffen können“ – vielleicht ist das der schönste Weihnachtswunsch überhaupt.
Eine Hoffnung, die nicht vertröstet, sondern Mut macht zu leben.

Ich möchte glauben, dass etwas folgt, dass etwas wird, dass Gott unterwegs ist zu mir.

 

Komponist

Text: Eugen Eckert

Musik: Joachim Raabe

 

Musikquellen

  • Musik:

Arbeitskreis Kirchenmusik und Jugendseelsorge im Bistum Limburg (Hg.): Lass dein Licht leuchten! 2005, Track 9, LC 11262.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43478
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07DEZ2025
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Wie kommt Gott in diese Welt? Das heutige Lied zum Sonntag sagt: Gott kommt, indem wir auf ihn warten. Der Text ist während des Dreißigjährigen Krieges entstanden. In dunklen Zeiten also. Gott kommt, heißt es in dem Lied, indem wir unser Herzen öffnen und ihn bei uns einkehren lassen: den „wunderstarken Held“, der der Welt „Licht und Leben versprochen hat zu geben.“

Mit Ernst, o Menschenkinder,
das Herz in euch bestellt;
bald wird das Heil der Sünder,
der wunderstarke Held,
den Gott aus Gnad allein
der Welt zum Licht und Leben
versprochen hat zu geben,
bei allen kehren ein.

Darum geht es: „Bestelle dein Herz, bereite dich vor!“ Damit Gott bei dir einkehren kann. Das ist die Botschaft dieses Adventsliedes. Aber wie geht das? Gott einkehren lassen?
Einkehren setzt Auskehren voraus! Also muss ich erst Platz schaffen.
Auskehren, was hinderlich und sperrig ist. So wie wenn ich ein Zimmer oder eine Wohnung neu tapeziere oder neu möbliere. Das Abgewohnte und Abgestandene muss raus. Damit Neues einkehren kann. Und dann heißt es: Bahn frei für den, der da kommt!

Bereitet doch fein tüchtig
den Weg dem großen Gast;
macht seine Steige richtig,
lasst alles, was er hasst;
macht alle Bahnen recht,
die Täler all erhöhet,
macht niedrig, was hoch stehet,
was krumm ist, gleich und schlicht.

Wo Gott einkehren soll, muss ich mich abkehren von dem, was mich bewegungsunfähig macht und oft auch gefangen hält. Vielleicht schlage ich mal wieder ein Gesangbuch auf und erinnere mich an den Schwung eines alten Adventsliedes. Vielleicht suche ich in der vorweihnachtlichen Hektik einen stillen Kirchenraum auf und gönne mir eine Pause. Vielleicht überlege ich mir ein Geschenk für einen Menschen, an den oder die sonst niemand denkt. Und warte voller Vorfreude auf den, der sich nicht im Scheinwerferlicht der großen Weltbühne inszeniert, sondern in einem entlegenen Stall und einer schlichten Krippe zur Welt gekommen ist.

Ach mache du mich Armen
zu dieser heilgen Zeit
aus Güte und Erbarmen,
Herr Jesu, selbst bereit.
Zieh in mein Herz hinein
vom Stall und von der Krippen,
so werden Herz und Lippen
dir allzeit dankbar sein.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Adventssonntag! Klaus Nagorni aus Karlsruhe von der evangelischen Kirche

CD: Weynacht Gesaenge. Advent und Weihnacht in Renaissance und Frühbarock. Stimmwerck. Christophoros. Track 4, LC 00612

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30NOV2025
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Es sind uralte Klänge, die uns an diesem ersten Adventsonntag begrüßen. Klänge, die ganz behutsam in alte Zeiten zurücktragen.

Wir sind ungefähr im Jahr 900 im Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Dort ist vermutlich die Melodie zum Hymnus „Veni redemptor gentium“ entstanden. Es ist das älteste Lied für die Adventszeit. Den Text hat Ambrosius von Mailand bereits im 4. Jahrhundert geschrieben.

Veni redemptor gentium, ostende partum virginis;
Miretur omne saeculum: talis decet partus Deum.

Musik 1

“Veni redemptor gentium“, wörtlich übersetzt heißt das: „Komm, Erlöser der Völker“.
Das ist keine harmlose Bitte im Sinne von: wenn es dir passt, komm doch vorbei. Sondern da ruft ein verzweifelter Mensch nach dem Erlöser. Und „Erlöser“ - das war im biblischen Zusammenhang jemand, der einen anderen Menschen, der Schulden gemacht hatte und deswegen als Sklave arbeiten musste, freikaufen, ihn auslösen konnte. Jemand, der also aus einer Situation befreit, aus der man sich selbst nicht helfen kann.

Musik 2

Ich glaube, diese Sehnsucht, herausgeholt zu werden aus dem, was gefangen hält, haben Menschen zu jeder Zeit gespürt. Wie groß ist der Wunsch, befreit zu werden aus bedrängenden äußeren Lebensumständen, zum Beispiel wenn das Geld am Monatsende nicht reicht, eine schwere Krankheit das Leben einschränkt oder es in der Familie Streit gibt.
Und dann gibt es auch noch das, was mich innerlich unfrei macht. Wenn das Gedankenkarussell nachts nicht aufhört sich zu drehen oder Selbstzweifel an mir nagen.

Und so haben Generationen durch die Jahrhunderte hindurch diesen Adventshymnus gesungen. Erst in Latein und dann rund 1000 Jahre später auch in Deutsch, als Martin Luther die lateinischen Strophen ins Deutsche übertragen hat.
Und auch heute noch ist das Lied im katholischen Gotteslob zu finden. Dort beginnt es mit den Worten:

Komm, du Heiland aller Welt
Sohn der Jungfrau mach dich kund.
Darob staune, was da lebt:
also will Gott werden Mensch.

Gott will Mensch werden. Aber wie? Und wer ist Jesus Christus dann? Mensch oder Gott? Oder beides? Im 4. Jahrhundert haben die Theologen darüber heftig gestritten und wurden nicht müde zu betonen: Das Kind, das Maria geboren hat, ist ein echtes Menschenkind. Es muss gestillt und gewickelt werden. Es ist auf andere angewiesen wie jedes Baby.
Aber zugleich ist es wirklich Gott. Gott, der erlösen und befreien kann, und der Licht ins Dunkel bringt, wie die Sonne.

Wie die Sonne sich erhebt
und den Weg als Held durcheilt,
so erschien er in der Welt,
wesenhaft ganz Gott und Mensch.

Musik 2

Ganz Gott und ganz Mensch. Mit dem Verstand ist das kaum zu erfassen. Da braucht es Herz und Emotionen. Und was wäre da nicht besser geeignet als die Musik?

Musik 3

Wie der Hymnus damals zur Zeit von Ambrosius geklungen hat, wissen wir heute nicht mehr. Aber Augustinus, der zur gleichen Zeit gelebt hat, beschreibt, wie die Gesänge auf ihn gewirkt haben. Er schreibt: „Die Weisen drangen an mein Ohr, und die Wahrheit flößte sich ins Herz […]: die Tränen flossen, und mir war wohl bei ihnen“ (Bekenntnisse 9, 14).

Auch bei mir geht dieses Adventslied direkt vom Ohr ins Herz. Und die alten Klänge tragen meine Sehnsucht Richtung Weihnachten.

 

Komponist:

T: nach Ambrosius von Mailand „Veni redemptor gentium“

Ü: Markus Jenny 1971

M: Einsiedeln 12 Jh. / Martin Luther 1524

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23NOV2025
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„Zu welcher Musik möchte man in die Ewigkeit eingehen?“ fragt die österreichische Schriftstellerin Hilde Spiel am Ende ihrer Autobiographie. Eine schöne Frage, finde ich. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welches das Lied sein soll, das Sie am Ende Ihres Lebens hören? Es gibt ein ganzes Buch darüber: „Letzte Lieder. Sterbende erzählen von der Musik ihres Lebens.“ Hilde Spiel schreibt: „Ich hatte mir immer eine Schubertmelodie gewünscht. Oder die c-Moll-Sonate von Telemann für Oboe und Cembalo.  

In der evangelischen Kirche wird heute der Ewigkeitssonntag gefeiert. In alten Liedern hat diese Ewigkeit einen bedrohlichen Klang. „O Ewigkeit, du Donnerwort!“ spricht Johann Rist sie in seinem Choral aus dem Jahr 1642 direkt an: „O Schwert, das durch die Seele bohrt.“ Und in einer Strophe dichtet er gar: „Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit.“

O Ewigkeit, du Donnerwort,
o Schwert, das durch die Seele bohrt,
o Anfang sonder Ende!
O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit,
ich weiß vor großer Traurigkeit
nicht, wo ich mich hinwende!
Mein ganz erschrocknes Herz erbebt,
dass mir die Zung am Gaumen klebt.

Erstaunlich friedlich ist die Melodie, die Johann Sebastian Bach zu den furchteinflößenden Worten komponiert hat. Kein Donnern, kein Zittern und Zagen. Stattdessen eine große Ruhe. Ob er damit auch Kritik üben wollte an den Angstmachern seiner Zeit? Schließlich hatte schon Martin Luther zweihundert Jahre zuvor die befreiende Entdeckung gemacht, dass der Mensch die Ewigkeit nicht fürchten muss, sondern ihr im Vertrauen auf Jesus Christus getrost, ja sogar freudig entgegengehen kann. Auch Hilde Spiel bleibt auf dem Hintergrund ihres jüdischen Glaubens gelassen. Zu welcher Musik möchte man in die Ewigkeit eingehen? Sie schreibt: „Nun drängte sich dieser Ausklang des Strauss-Liedes auf:

Im Abendrot

Wir sind durch Not und Freude
gegangen Hand in Hand;
Vom Wandern ruhen wir
Nun überm stillen Land.

O weiter, stiller Friede.
So tief im Abendrot,
wie sind wir wandermüde –
ist dies etwa der Tod?

Und sie sagt sich: „Nun gut, wenn das der Vorschlag aus dem Jenseits ist, dann will ich ihn annehmen. Ich habe mich im Grunde immer einem Wink, der von außen kam und einsichtig war, gefügt.“

Wie sind wir wandermüde – ist dies etwa der Tod?

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Musikangaben:

Georg Philipp Telemann, Sonate für Blockflöte, Oboe, Basso Continuo, TWV 42c
Interpret: Compagnia Transalpina
Aufnahme: Archiv Nr. M0727981

O Ewigkeit, du Donnerwort
Text: Johann Rist (1642)
Musik: Johann Sebastian Bach, Aus dem Clavierbüchlein für Anna Magdalena Bach (1725) BWV513
Interpreten: Sibylla Rubens und Michael Behringer
Aufnahme: Archiv Nr. M0025628

Im Abendrot
Text: Joseph von Eichendorff (1837)
Musik: Richard Strauß, Vier letzte Lieder (1948)
Interpreten: Diana Damrau und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Aufnahme: Archib Nr. M0596456

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Literatur:
Hilde Spiel, Welche Welt ist meine Welt? Erinnerungen 1946-1989, Paul List Verlag München 1990

Stefan Weiller (Hg.), Letzte Lieder. Sterbende erzählen von der Musik ihres Lebens, Edel Verlag Hamburg 2017

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43371
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16NOV2025
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Die letzten Blätter, die jetzt von den Bäumen fallen, erinnern daran, dass alles Leben vergänglich ist. Gibt es auch etwas, das bleibt und nicht vergeht. Und wie können wir damit in Verbindung kommen? Darum geht es im Lied von heute morgen.

 

Lied 1. Strophe

Gott, der du warst und bist und bleibst, wohne unter uns,

der du uns Glauben ins Herz hineinschreibst, wohne unter uns, unter uns.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, vielmehr die kommende suchen wir.

Wir haben hier auch kein bleibendes Haus,

aber ein Zelt, aber ein Zelt, ein Zelt der Begegnung mit dir.

 

Gott steht über der Zeit, er ist ewig. Gott wohnt im Himmel – so hat man das zu umschreiben versucht. Und doch heißt es in dem Lied: „Wohne unter uns“, d.h. sei uns nah. Das kann eine drängende Bitte sein, wenn im Leben plötzlich alles wegbricht, was Sicherheit gegeben hat. Wenn man nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll.

 

Das Volk Israel hat solche Zeiten immer wieder erlebt und zugleich erfahren: Gott ist da. Gerade jetzt. Er lässt uns nicht im Stich. Das war so beim Auszug aus Ägypten und beim Weg durch die Wüste. Da war Gott wie in einem Zelt mit seinem Volk unterwegs.

 

 

Dieses Bild vom Zelt hat der evangelische Pfarrer und Liedermacher Eugen Eckert in seinem Lied aufgegriffen. „Wir haben hier kein bleibendes Haus, aber ein Zelt der Begegnung mit dir“. Ein Haus steht fest, es bietet Schutz und Sicherheit. Ein Zelt dagegen lässt sich hier und dort aufschlagen. Eine Behausung für unterwegs. Unterm Zeltdach ist man dem Wetter ausgesetzt  – aber man ist auch dem Himmel näher.

 

Eckert hat das Lied 1993 zur Einweihung der neuen Seminarkirche in Frankfurt geschrieben. Und ausgerechnet dort singt er davon, dass Gott nicht an Mauern gebunden, sondern mitten im Leben erfahrbar ist - wenn ich mich auf Begegnung einlasse, mich nicht innerlich abschotte sondern berührbar bleibe.

 

Das sind oft nur Momente, keine sicheren Gewissheiten.  Und manchmal ist das schwer auszuhalten. Wir richten uns gern in vertrauten Räumen, in Routinen, in dem, was wir kennen ein. Und zugleich ahnen wir, dass Leben mehr ist. Bewegter. Verletzlicher. Vergänglicher.

Das kann schmerzen. Und es kann trösten. Denn wenn unser Leben vorläufig ist, heißt das auch: Wir dürfen suchen, hoffen, uns aufmachen zu dem Leben, das Gott für uns denkt – ein Leben in Frieden, in Gerechtigkeit, ohne Tränen.

(Musikunterlegung) „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die kommende suchen wir.“ Ein Satz aus der Bibel. Er erinnert daran, dass alles hier vergeht – und weitet zugleich den Blick: Wir tragen eine Ahnung von Gottes Ewigkeit in uns. Und am Ende  finden wir bei ihm nach Hause.

Lied 3. Strophe

Gott, Lebensquell und letzter Halt, wohne unter uns,

dass Hoffnung blühe, dann wird uns nicht kalt, wohne unter uns, unter uns.

Wir haben hier keine bleibende Stadt, vielmehr die kommende suchen wir.

Wir haben hier auch kein bleibendes Haus,

aber ein Zelt, aber ein Zelt, ein Zelt der Begegnung mit dir.

 

Komponist Eugen Eckert, Musik: Herbert Heine

Aufnahme (priv.): Adrian Brenneisen und Jana Maier, Musikhochschule Trossingen 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43290
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