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SWR3 Worte

Die französische Schriftstellerin Madeleine Delbrel macht sich Gedanken darüber, wie Gott die Menschen führt. Sie vergleicht Gott mit einem Tanzpartner: 

Um gut tanzen zu können – mit dir oder auch sonst,
braucht man nicht zu wissen, wohin der Tanz führt.
Man muss ihm nur folgen,
darauf gestimmt sein,
schwerelos sein,
und vor allem: man darf sich nicht versteifen.
Man soll  dir keine Erklärung abverlangen
über Schritte, die du zu tun beliebst,
sondern ganz mit dir eins sein – und lebendig pulsierend
einschwingen in den Takt des Orchesters, den du auf uns überträgst.
Man darf nicht um jeden Preis vorwärtskommen wollen.
Manchmal muss man sich drehen oder seitwärts gehen.
Und man muss auch innehalten können
oder gleiten anstatt zu marschieren.
Und das alles wären ganz sinnlose Schritte,
wenn die Musik nicht eine Harmonie daraus machte.
Wir aber, wir vergessen sofort die Musik deines Geistes.
Wir haben aus unserem Leben eine Turnübung gemacht. 

Quelle: Madeleine Delbrel: Der Ball des Gehorsams, in: Annette Schleinzer (Hg.): Gott einen Ort sichern, Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern 2010, S. 76

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