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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

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Sexangebote, Onlinedating, Partnervermittlung, Liebesprüche, Liebestests und Fotos. Kleines großes Wort das die Welt umtreibt und am Leben erhält, von der Zeugung bis übers Grab hinaus: die Liebe...
Mir geht es in dieser Sendung nicht um den Gefühlrausch zweier Menschen und auch nicht um die selbstvergessene Hingabe von Gottsuchern, sondern um die Liebe als Tugend. Klingt sperrig, als ob Liebe eine Einstellung, eine Haltung wäre. Ja, doch, ist sie, auch.
Liebe als Tugend, als Haltung ist umfassender als die Liebe zwischen zwei Menschen. Sie ist eine Liebe zum Leben überhaupt und zu allem was das Leben wachsen, sich entwickeln lässt. Sie liebt die Pflanzen und Tiere als Mitgeschöpfe und als Teile des großen Ganzen.
Sie liebt die Kinder als unsere Fühler in die Zukunft und fördert ihre Entwicklung in eine Welt in der sie gut und gerne leben können.
Die Liebe als Haltung liebt die alten Menschen im Respekt vor ihrem gelebten Leben. Als sichtbar gereiftes Leben mit all seinen Licht- und Schattenseiten.
Die Liebe als Haltung liebt den Partner nicht um seinet- oder meinetwillen, sondern um der gemeinsamen Geschichte, Gegenwart und Zukunft willen. Sie liebt die Beziehung an sich, das was gemeinsam ist, was verschieden und was sich immer noch entwickeln kann. Und hat dabei immer auch das Wohl des Anderen im Blick.
Die Liebe als Haltung kann und will sich nicht auf den Partner oder die Familie beschränken. Sie drängt darüber hinaus und sorgt sich um das Wohl des Nächsten bis hin zum Fernsten auf diesem so schrecklichen- schönen blauen Planeten. Sie kann und will es nicht ertragen, dass es anderen Zeitgenossen schlecht geht. Sie kann nicht anders als an der Verbesserung der Welt zu arbeiten. Aber nicht in blindem Eifer, sondern in zuversichtlicher Geduld. Wie ein Gärtner, der seine Pflanzen schon wachsen sieht, auch wenn sie noch unter der Erde sind.
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Sie ist eine unausrottbare Eigenart des Menschen. Zu finden nach Misserfolgen und Enttäuschungen, in den Trümmern von Kriegen und Erdbeben und selbst an offenen Gräbern: Die Hoffnung. Die Hoffnung auf Erfolg und Zufriedenheit im Beruf, auf das große Glück in der Liebe, auf die Kraft wieder etwas aufzubauen, wieder neu anzufangen, etwas noch mal zu probieren, auf ein Leben im Leben und ein Leben nach dem Tod. Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es im Volksmund, weil es den Menschen zutiefst ausmacht, dass er ein Hoffender ist. Für den Philosophen Kant ist die Hoffnung ein Teil der menschlichen Würde. Weil sie sich so nach Glück sehnt und weil sie die Stimmung der Menschen aufhellt. Für einen anderen Philosophen, Ernst Bloch, dessen Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ heißt wirkt die Hoffnung wie ein Wärmestrom im Leben der Menschen. Bei den Christen gilt sie als eine der drei göttlichen Tugenden. Weil ein Funken Hoffnung im Herzen der Menschen ein Freudenfeuer entzünden kann. Weil sie zum Leben gehört wie das Atmen. Weil sie immer die Möglichkeit des Besseren und Schöneren in sich trägt. (In dieser Welt und in der anderen.) Das Wort Hoffnung ist eng verwandt mit dem Wort hopen=hüpfen. Ein hoffender Mensch springt also gewissermaßen innerlich weiter, über das Bestehende, zu Verbessernde hinaus. Und das ist das Wichtigste daran: Er glaubt daran trotz der Möglichkeit zu scheitern. Im Gegensatz zu den Skeptikern oder Zynikern, die vor allem auf die Probleme sehen. Von ihnen stammen Sprüche wie diese: „Hoffnung ist die Mutter der Dummen“ oder „Wer mit der Hoffnung fährt, hat die Armut als Kutscher.“ Will sagen, dumme Leute lassen sich gern vertrösten. Anstatt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, hoffen sie auf ein besseres und bleiben arm. Das kann schon manchmal so sein, aber muss es nicht, denn der liebe Gott hat uns ja auch den Verstand gegeben und den Zweifel. Der Zweifel kommt mit den Misserfolgen und Enttäuschungen von ganz allein. Aber er hilft uns, dass die Hoffnung nicht zum blinden Optimismus wird, sondern eine Tugend, die den Menschen nicht aufgeben lässt. Eine Lebenshaltung, eine Lebenskraft, ja ein wahrhaft göttliches Geschenk, das mit Herz und Verstand sagt:
Das wird schon wieder, gib nicht auf, probier’ s nochmal, glaub’ daran, du schaffst es. Denn wer die Hoffnung verliert, der verliert das Leben. Und das ist viel zu schön und viel zu kostbar, trotz allem.

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Wenn es in Talkshows um den Glauben geht dann hauen sich die Menschen fast regelmäßig die Köpfe ein. Warum eigentlich?
Vielleicht weil der Glaube auch viel mit Gefühlen zu tun hat, mit tiefen persönlichen Gefühlen, oft auch mit verletzten Gefühlen. Und natürlich geht es beim Glauben auch um intellektuelle Auseinandersetzungen, bei denen zwar keiner dem Anderen etwas beweisen kann, worüber sich aber trefflich streiten lässt. Aber streiten sollte man doch - um Gotteswillen - beim Glauben nicht, denn dazu ist er doch zu schön und zu kostbar.
Er gilt auch als eine Tugend. Weil er ein Wegweiser sein kann, ein Wegweiser zum guten und glücklichen Leben. Wenn er nicht engstirnig ist, sondern offen, wenn er fest ist, aber nicht rechthaberisch. Wenn ich mir bewusst mache, dass das alles hier auf Erden so schön oder schrecklich es auch sein mag, doch nicht alles ist. Ich habe ein Zitat entdeckt, das den Glauben sehr schön beschreibt. Es ist vom englischen Schriftsteller Thornton Wilder, er hat gesagt:
„Glaube ist ein sich stets erweiternder Teich von Klarheit, von Quellen gespeist, die jenseits des Bewusstseinsrands entspringen. Wir alle wissen mehr als das, wovon wir wissen, dass wir es wissen.“
Es lohnt sich diesem Gedanken ein bisschen nachzuhängen. Glauben ist ein sich stets erweiternder Teich von Klarheit. Ein schönes Bild, der Glaube als ein Seelengewässer, in dem die Dinge des Lebens gereinigt, geklärt werden, der erfrischt und nicht einengt, sondern sich weitet und damit auch mein Leben weiter und tiefer macht.
„... von Quellen gespeist, die jenseits des Bewusstseinsrands entspringen...“ Das trifft auch meine Vorstellung, dass es beim Glauben Kanäle, Quellen, Wege gibt, die unbewusst sind. Deshalb ist beim Glauben auch immer wieder von Träumen die Rede oder von Kräften, die die sprichwörtlichen Berge versetzen können. Denn „...wir alle wissen mehr als nur das, von dem wir wissen, dass wir es wissen.“ O, ja, ich glaube, es gibt noch so viel zwischen Himmel und Erde, das wir nicht verstehen, erklären oder beweisen können. Das es aber gibt und von dem wir so eine Art Ahnung haben. An das wir immer dann näher rankommen, wenn wir uns Zeit nehmen für uns selbst. Oder wenn wir an die Ränder des Lebens kommen, wenn es ums Sterben geht, ums Kranksein und Gesunden und ums Geborenwerden...
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„Mut tut gut“ – ein Slogan, dem ich öfter begegnet bin als ich mich mit dem Mut als Kardinaltugend beschäftigt habe. Mut tut gut, sagen Pädagogen zu Kindern, wenn sie Gewalt an Schulen verhindern wollen oder es sagen Unternehmer, wenn sie Mitarbeiter zu neuen Projekten ermuntern wollen. Warum eigentlich? Warum soll Mut denn gut tun? Wo doch beim Mut auch immer Angst im Spiel ist. Angst vor persönlichen Nachteilen oder vor seelischer oder gar körperlicher Gewalt. Mut heißt nicht, keine Angst zu haben, sondern die Angst wahrzunehmen und trotz oder mit dieser Angst Dinge zu tun, die wichtig oder ganz einfach dran sind. Auch wenn sie erst mal schwer, unangenehm oder gar gefährlich sind. Beim Mobbing zum Beispiel, in Schule oder Beruf: sich nicht erniedrigen lassen, sich nicht in die Opferrolle zwingen lassen, nicht schweigen und leiden, sondern sich wehren, das Mobbing öffentlich machen, sich Helfer suchen, die einem helfen dem Rad in die Speichen zu greifen, helfen die seelischen Grausamkeiten zu stoppen. Das kostet Mut und Kraft. Aber wenn man es getan hat, dann tut einem dieser Mut wirklich gut. Einem selbst, weil man befreit wird von Angst und Bedrängnis und den Leuten drum herum tut es auch gut, weil gezeigt wird, dass nicht die Groben und Dummen gewinnen, sondern die, die sich wehren, aus gutem Grund.
„Dem Rad in die Speichen greifen“, das ist ein Bild für die spektakuläre Seite des Mutes. Diese Seite, wo jemand unter persönlichem Risiko etwas Notwendiges oder Großes tut um etwas zu verändern oder zu verbessern. Es gibt aber noch eine weniger spektakuläre Seite des Mutes, die aber genau so wichtig ist. Ihr Bild ist die Säule.
Wenn Menschen vertrauen, immer wieder vertrauen, in das Leben, in andere Menschen oder auf Gott, dann erfordert das angesichts des Lebens wie es eben oft ist, einfach Mut und Kraft. Kraft, nicht nachzulassen in der Zuversicht. Nicht den Mut zu verlieren angesichts dessen, was alles so passiert im Leben. Sich nicht entmutigen zu lassen von Menschen, die halt auch immer wieder Schwächen zeigen. Menschen mit diesem alltäglichen Mut sind wie Säulen. Sie stehen gerade und halten das Lebensgebäude zusammen. Oder wie der Schriftsteller Theodor Fontane es ausgedrückt hat: „Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser.“
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„Alles mit Maß, sagte der Hanswurst und trank einen Krug Bier nach dem anderen.“ Und hatte am anderen Tag wohl auch maßloses Kopfweh.
Um die Kardinaltugenden geht es mir diese Woche. Und heute also um das Maß. Beim Thema Maß geht es auch aber nicht nur um Bierkrüge. Maßhalten oder Mäßigung ist die Kunst der goldenen Mitte. Die Suche nach dem Ort zwischen Zuviel und Zuwenig von dem, was für den Menschen notwendig, lustvoll oder schön ist. Beim Bier der Punkt zwischen dem ungelöschten Durst und dem, wo eben über den Durst getrunken wird. Bis zum Rausch oder Vollrausch. Ähnlich beim Essen:
den Punkt zu vermeiden, wo der Bauch voll ist und nur noch für die Zunge gegessen wird. (Oder beim Reden: wo zu oft oder zuviel über Andere gequatscht wird, statt mit ihnen zu reden oder ihnen zuzuhören.) Deshalb wird die Kardinaltugend „Maß“ auch gern mit einem Zügel dargestellt, der den Mund beim Essen, Reden oder Trinken im Zaum hält.)
Ums richtige Maß geht es aber nicht nur bei einem ganz persönlich, sondern auch gesellschaftlich. Bundespräsident Köhler hat unlängst die Unternehmer zur Mäßigung aufgefordert, weil ihre Gehälter mehr als fraglich sind, wenn man bis zu 50 Millionen Abfindung bekommt, weil man eine Firma gegen die Wand gefahren hat. Warum eigentlich, könnte man sich fragen. Wer soviel kriegt, der soll es halt nehmen. Er wäre ja dumm, wenn nicht. Nein, solch maßloses Verhalten gefährdet den sozialen Frieden. Bringt etwas Wichtiges aus dem Gleichgewicht. Und genau darum geht es bei der Tugend Maß. Sei es im gesellschaftlichen oder im persönlichen Bereich. Es geht um einen Zustand des Gleichgewichts, der Ausgeglichenheit, die zum Frieden oder wie es er der Theologe Thomas von Aquin schon im Mittelalter ausgedrückt hat “zur Ruhe des Gemüts führt“ Diese Ruhe des Gemüts lässt mich spüren, dass dieser Ort zwischen Zuviel und Zuwenig zu einer natürlichen Ordnung gehört. Und damit auch zu meinem Innersten, weil sie mir an Leib und Seele gut tut.
Diese Ruhe des Gemüts erreicht man nur durch bestimmte Verhaltensweisen, die eingeübt sein wollen: sich zurück halten, beherrschen, aber auch die Bedürfnisse und Triebe bewusst gestalten, pflegen. Denn beim Maßhalten geht es nicht um völlige Askese oder gar Selbstkasteiung. Denn meine Bedürfnisse, Triebe und Antriebe sind mir vom lieben Gott gegeben, aus gutem Grund. Nur, sie wollen gestaltet sein. Damit ich nicht von meinen Trieben getrieben werde.
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Was ist das: Eine Frau mit zwei Gesichtern. Eines schaut nach vorn, eines schaut nach hinten. Das Gesicht, das nach vorn schaut, sieht durch ein Fernrohr. Das, das zurückschaut, sieht in einen Handspiegel, in dem sich das rückwärts gerichtete Gesicht spiegelt. Ein bisschen viel am Montagmorgen, ich weiß, deshalb auch gleich die Antwort: Das ist das Bild für die zweite der vier Kardinaltugenden: die Klugheit.
Warum eine Frau als Bild für die Klugheit? Vielleicht weil mit dem Wort „klug“ etwas feinsinniges, zartes, feinstoffliches verbunden wird. Das Wort klug stammt vom mittelhochdeutschem „kluoc“ und bedeutet unter anderem fein, zart, zierlich und hübsch. Aber auch gebildet und geistig gewandt. Und das passt sehr gut zu den zwei Gesichtern. Das das nach vorn gewandt ist zeigt die vorausschauende Seite der Klugheit. „Der kluge Mann baut vor“, heißt es doch im Volksmund (oder wie es der Schriftsteller Lichtenberg einmal ausgedrückt hat: „Die Klugheit eines Menschen lässt sich aus der Sorgfalt ermessen, mit der er das Künftige bedenkt.“) Deshalb auch das Fernrohr bei dem Bild der Klugheit.
Beim Blick zurück schaut die Klugheit in einen Spiegel und erkennt sich selbst. Nicht nur aus den Fehlern, aus denen sie klug geworden ist, sondern auch aus der Selbstreflexion. Daraus, dass sie über das, was sie getan hat nachdenkt. Sei es gut oder schlecht. Das ist ein weiterer Wesenszug der Klugheit. Dass sie zurückschaut, nachdenkt, sich selbst reflektiert und dadurch lernt und sich gegebenenfalls auch verändert. Oder, wie es Konrad Adenauer mal ganz nett gesagt hat: „Es kann mich doch niemand daran hindern über Nacht klüger zu werden.“
Aber damit die Tugend Klugheit, zur besonderen, zur Kardinaltugend werden kann, muss noch was ganz Wichtiges dazu kommen. Dass ich auch zum Wohl des Anderen oder der Gesellschaft denke und handle. Handle ich klug nur zu meinem Vorteil ist es nichts anderes als Schlauheit oder Verschlagenheit. Will ich aber das Gute auch für Andere erreichen, wird die Klugheit zu Kardinaltugend. Zum Beispiel bei einem ganz alltäglichen Gespräch, das der Philosoph Arthur Schopenhauer im Sinn hatte als er schrieb: „Wer klug ist wird im Gespräch weniger an das denken, worüber er spricht, als an den, mit dem er spricht. Solange er dies tut, ist er sicher auch nichts zu sagen, was er nachher bereut.“
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„Eine Welt, in der Hund auch nur ein einziges Mal Prügel bekommen kann ohne dass er sie verdient hat, kann keine vollkommene Welt sein.“
Ein Spruch des Dichters Friedrich Hebbel, wie geschaffen für Hundehalter und Moralphilosophen. Denn um die Kardinaltugenden geht es mir diese Woche. Und als die erste, wichtigste und scheinbar auch schwierigste Tugend gilt die Gerechtigkeit. Was aber hat die Gerechtigkeit mit dem Hund von Friedrich Hebbel zu tun?
Der Spruch mit dem Hund zeigt zweierlei: Die Welt, also die Menschen sind nicht vollkommen und deshalb gibt es dauernd Fehler und Ungerechtigkeiten. Zweitens: einen Hund zu schlagen, ist nicht gerecht. Was aber ist gerecht? Auf jeden Fall einen Hund so zu erziehen, dass er nicht Dinge tut, die ihm oder anderen schaden. Das Beispiel mit dem Hund zeigt aber noch etwas anderes, ganz wesentliches beim Thema Gerechtigkeit: Es ist einfach entwürdigend ein Lebewesen zu schlagen. Das sieht man schon an der Körperhaltung eines Hundes, wenn er sich duckt oder den Schwanz einzieht. Auch wenn es aus der Not der Verzweiflung manchmal sein muss, ein Tier zu strafen, irgendwie spürt man dann auch, dass es nicht richtig ist, nicht gerecht, nicht recht. Und genau das steckt auch im Wort Gerechtigkeit drin: aufrecht sein, sich recken, gerade machen. Gerechtigkeit bedeutet von seinem Wortursprung her, also nicht nur gerechtes Verteilen, sondern sich so verhalten, dass ein Lebewesen seine Würde behält. Bei Tieren, dass man sie nicht quält und sie dadurch ängstlich oder scheu werden. Und beim Menschen, dass er wirklich aufrecht, gerade bleibt. Äußerlich und innerlich.
Wenn man sich möglichst oft so verhalten kann, dann ist es einem gelungen, eine der Kardinaltugenden zu verwirklichen. (Kardinaltugenden haben übrigens nichts mit Kardinälen zu tun, sondern in ihnen steckt das lateinische Wort cardo, das heißt Tür-Angel. Die Scharniere, an denen die Türen aufgehängt sind.) Also Tugenden, von denen nicht alles aber viel Gutes im Leben abhängt.) Tugenden, die die Menschen innerlich gerade und damit auch schön machen. Die schöne amerikanische Schauspielerin Audrey Hepburn hat das einmal so ausgedrückt:
„Wie bekommt eine Frau schöne Lippen? Indem sie nur das Beste über ihre Mitmenschen sagt. Wie bekommt sie schöne Augen? Wenn sie nur das Gute in ihrem Gegenüber sieht. Eine schlanke Figur? Wenn sie mit Bedürftigen teilt. Und wie bekommt sie eine gute Haltung? Indem sie den Kopf hoch hält, wenn sie durch den Sturm geht.“
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