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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Kerzenlicht ist etwas besonderes. Seitdem es Elektrizität gibt, brauchen wir es als Lichtquelle nur noch bei Stromausfall. Sonst hat es immer eine zusätzliche Bedeutung. Romantisch und stimmungsvoll wirkt es auf schön gedeckten Tischen, bei einem Glas Wein im Freien an einem Sommerabend oder in den Nächten von Liebenden. Die Kerzen werden zum Zeichen für die Wärme und Leuchtkraft der Liebe zwischen Menschen.
Für Christen sind Kerzen auch ein Zeichen für die Liebe zwischen Gott und den Menschen. In vielen Kirchen können kleine Kerzen als Erinnerungslicht an einen lieben Menschen angezündet werden. Oder als Hoffnungszeichen. Ein richtiges Lichtermeer ist das in Wallfahrtskirchen, in denen kranke Menschen eine Kerze anzünden und hoffen, gesund zu werden. Ich finde dieses Lichtermeer tröstlich, auch wenn ich selbst keine besondere Bitte damit verbinde. Dieses Dasein von Wärme und strahlendem Licht ist für mich ein Bild für die göttliche Liebe, wie ich sie mir vorstelle.
Ganz besonders in Erinnerung habe ich deshalb das Fest „Lichtmess“.
Die katholische Kirche feiert es heute. 40 Tage nach Weihnachten werden wir erinnert, dass wir bedingungslos geliebt werden von Gott. Jesus hat das in seinem menschlichen Leben zeigen wollen. 40 Tage haben wir Zeit, um in uns diese Liebeserklärung einwirken zu lassen. Krippen und Christbäume bleiben deshalb auch heute noch an manchen Orten bis zum 2. Februar stehen.
An diesem Tag werden im Gottesdienst alle Kerzen gesegnet, die das Jahr über gebraucht und angezündet werden. Und am Ende sind die Feiernden zu einem besonderen Segen eingeladen. Der Priester hält zwei lange brennende Kerzen in der Hand, die er den Menschen, die vor ihm stehen, vorsichtig rechts und links neben ihr Gesicht hält. Ursprünglich hat dieser Segen eine andere Bedeutung als die, die ich ihm gegeben habe. Er soll vor dem Erstickungstod bewahren.
Für mich bleibt wichtig, was ich dabei erlebe. Ganz nah an meinem Gesicht spüre ich die Kerzen in der dunklen Kirche und würde gerne länger so stehen bleiben. Vom wärmenden und leuchtenden Kerzenlicht ganz nah umgeben, fühle ich die königliche Würde und Einzigartigkeit, die mir versprochen ist.
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Berufswechsel sind spannend. Ein neuer Arbeitsplatz, ein neuer Weg dorthin. Ein neuer Chef, neue Kollegen, neue Aufgaben. Neue Arbeitszeiten, ein neuer Ort für die Mittagspause. Für mich ist das im Moment Thema. Seit Wochen bin ich innerlich schon mit all den Veränderungen beschäftigt. Viele Menschen wünschen mir dafür alles Gute. Kürzlich sagte in diesem Zusammenhang eine Frau: „Ich wünsche Ihnen, dass sich all ihre Vorstellungen erfüllen werden.“ „Ach wissen Sie, ich habe gelernt, mir nicht zu viel vorzustellen“, war meine spontane Antwort. Hinterher staunte ich selbst. Da hat sich etwas verändert. Ich kenne mich als jemanden, die sich viele Gedanken über die Zukunft macht und genaue Vorstellungen dazu hat. Ich weiß oft sehr genau was ich will und muss dann schwer arbeiten, wenn sich das nicht einstellt, was ich mir vorgestellt habe. Obwohl ich im Lauf meiner Lebenszeit erleben konnte, dass oft das, was ich überhaupt nicht wollte, sich als ausgesprochen segensreich herausgestellt hat. So wollte ich z. B. nie an einer Grundschule Religionsunterricht geben. Mein Chef hat damals aber darauf bestanden. Im nachhinein bin ich ihm ehrlich dankbar dafür. Die Reihe konkreter Beispiele könnte ich mühelos fortsetzen. Lange habe ich deshalb versucht, meine eigenen Wünsche und Vorstellungen weniger wichtig zu nehmen. Leider nur mit spärlichem Erfolg.
Plötzlich erlebe ich, es ist mir zugewachsen, geschehen. Ich erlebe die Freiheit, die das bedeutet. Ich muss mir keine Gedanken machen über Dinge von denen ich gar nicht wissen kann, wie sie sein werden. Deshalb muss ich auch keine Angst haben, dass meine schlimmsten Befürchtungen eintreffen könnten. Und ich muss später nicht enttäuschte Hoffnungen verarbeiten. Daneben erlebe ich die Offenheit, die das bedeutet. Ich kann mit meiner Aufmerksamkeit ganz auf das Neue zugehen. Wenig belagert von eigenen Vorstellungen oder Befürchtungen kann ich neugierig sein, den Stadtteil und das Gebäude entdecken, kann neue Menschen kennen lernen und mich auf sie einlassen.
Ich bin dankbar für diese neue Gelassenheit. Meine Fähigkeit zu spüren, was ich will. Meine Möglichkeit, eigene Wünsche zu äußern, muss ich deshalb nicht aufgeben. Aber mir ist die Freiheit zugewachsen, zu entscheiden, wann das nützlich und wann hinderlich ist.
In solchen Momenten entdecke ich den roten Faden in meinem Leben und ahne, neben allem Zweifel, was mit der göttlichen Vorsehung gemeint sein könnte.
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Viel zu kurz ist sie den Narren in diesem Jahr. „Fasnets Treiben im Sauseschritt“, war der Titel in einer Zeitung für die närrischen Tage. Ende Januar beginnt schon die heiße Phase. Das ist ungewöhnlich und macht besonders aufmerksam auf die Hintergründe für die Dauer der Fasnachtszeit. Fasching, Fastnacht und Karneval wird immer direkt vor der Fastenzeit gefeiert. Genau 40 Tage vor Ostern. Das Datum des Osterfestes wiederum richtet sich nach dem ersten Vollmond im Frühling.
Fasching, Fastnacht und Karneval haben christliche Wurzeln. Diese Tage werden unterschiedlich bezeichnet und gefeiert. Aber sie haben einen gemeinsamen Ursprung im Mittelalter. Beim „Fest der Narren“ zogen fromme Priester und hoch angesehene Bürger mit Masken durch die Strassen und machten sich lustig über Gott und die Welt. Es gab sogar so etwas wie einen Festvorsteher, einen sogenannten „Spottkönig“ oder einen „Bubenbischof“. Selbst die höchsten Persönlichkeiten mussten damit rechnen, auf den Arm genommen zu werden. Die Ordnung der Welt nach menschlichen Maßstäben wurde auf den Kopf gestellt. Ganz lebendig ist dieser Brauch heute am Schmotzigen, wenn die Narren Rathäuser stürmen und Bürgermeister entthronen. „S’goht drgega“, alles ist anders, für Macht und Ohnmacht gelten andere Regeln. Auch die Weiberfasnacht hat darin ihren Ursprung. Waschfrauen aus dem Rheinland lehnten sich vor fast 200 Jahren gegen die Männermacht auf. Als ihre Ehemänner sich am Donnerstag vor Karneval zum feiern auf den Weg nach Köln machten, legten die Waschfrauen geschlossen ihre Arbeit nieder und trafen sich zu einem närrischen Kaffeeklatsch. Dabei haben sie ihre Gatten kräftig durch den Kakao gezogen und sind so ihren Frust losgeworden. Bis heute werden zur Erinnerung an ihren Widerstand bei der Weiberfasnacht die Krawatten abgeschnitten.
„S’goht drgega“, alles ist anders, für Macht und Ohnmacht gelten andere Regeln. Nicht zufällig wird Jesus in der Kunst auch als Narr dargestellt. Als einer, der eine verkehrte Welt verkündet. Veränderte Machtverhältnisse. Eine Welt, in der die Ersten die Letzten sein werden und die Letzten die Ersten. Die närrischen Tage verändern unsere Machtverhältnisse nicht. Aber sie erinnern uns daran, dass alles, was wir jetzt erleben, vorläufig ist und sich verändern wird. Ausgelassen, fröhlich und leicht können wir die Perspektive ändern, manchen Ärger und Ungerechtigkeiten gelassener nehmen oder sogar herzlich darüber lachen.
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Liebeskummer ist immer schlimm. Aber wenn man nach Monaten der Trennung ans andere Ende der Welt geflogen ist, um seine Liebste zu treffen und dann nicht mit offenen Armen empfangen wird, ist es katastrophal. Einsam in einem fremden Hotelzimmer. Eine traumhafte
Landschaft als Alptraum. Weihnachten und Silvester unbeachtet inmitten von Menschenmengen, die feiern. Die Geliebte unberührbar. Sonst keine Menschenseele, die versteht, die tröstet. Dafür gespart, auf anderes verzichtet haben, damit der Flug möglich ist. Die Demütigung ist groß.
Man muss nicht so weit fliegen um solche Enttäuschungen zu erleben und sich so zu fühlen. Jeder kennt das. Abgewiesen zu werden. Sich ungewollt, ungeliebt zu fühlen, darüber verzweifelt zu sein. Ganz auf sich selbst zurückgeworfen. Einfach schrecklich.
Wir können solche Situationen nicht verhindern. Die meisten Menschen haben die innere Kraft, sie zu überleben. Ganz verschieden ist, was ihnen dabei hilft. Für mich ist im Schmerz tröstlich, wenn ich mit jemandem sprechen kann. Wenn ich erlebe, meine Freundin weiß wie mir zumute ist. Sie versteht, was mich quält. Mir hilft, in den Arm genommen zu werden und zu spüren, dass jemand meinen Kummer aushält ohne gleich Lösungen parat zu haben. Gut gemeinte Durchhalteparolen wie „Das wird schon wieder“ oder „mach dir nichts draus, ist doch alles halb so schlimm“ tun mir mehr weh als dass sie etwas leichter machen. Im älter werden habe ich festgestellt, dass mir auch hilft, alleine zu sein. Eine bestimmte Musik zu hören. Zu Laufen und meinen Schmerz laut raus zu schreien. Zu beten. Oder mich daran zu erinnern, dass und wie ich andere schwere Zeiten überlebt habe.
Der junge Mann, der verzweifelt am anderen Ende der Welt sitzt, ruft Menschen an, von denen er sicher weiß, dass sie hinter ihm stehen und mit ihm mitfühlen. Wenn er mit ihnen spricht, kann er spüren, dass er nicht alleine ist. Dass es andere gibt, die ihn lieben. Wieder zurück in Deutschland macht er sich bewusst, dass er in den letzten Monaten auch ohne seine Freundin gut gelebt hat und dass er mehr ist als der abhängige und zurück gewiesene Geliebte einer jungen Frau.
Wie wir Verzweiflung, Schmerz und Einsamkeit überleben, ist sehr verschieden. Jeder kann für sich herausfinden, was für ihn persönlich tröstlich und hilfreich ist und sich dabei von anderen unterstützen lassen.

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„Was glauben Sie? Gibt es Gott?“ Das fragt mich eine junge Frau, deren Vater überraschend gestorben ist. Sie kommt mit seinem Tod überhaupt nicht zurecht. Ihr Vater war für sie sehr wichtig. Sie kann sich nicht vorstellen, wie ihr Leben weiter gehen soll ohne ihn. Sie sagt: „Menschen, die an Gott glauben, haben es viel leichter. Wenn ich wenigstens glauben könnte, dass er noch irgendwo ist, könnte ich besser damit leben.“ Sie selbst ist ohne Religion aufgewachsen. Als Naturwissenschaftlerin ist sie bisher gut mit anderen Erklärungen für Leben und Tod zurecht gekommen. Jetzt sucht sie nach Beweisen dafür, dass es Gott gibt und ein Leben nach dem Tod.
Ihr helfen Menschen, die sie als glaubwürdig erlebt. Der Pfarrer, der ihren Vater beerdigt hat. Er strahlt so viel Gottvertrauen aus, dass sie sich daran festhalten kann. Und eine Kollegin erzählt ihr ihre persönliche Glaubensgeschichte. Sie ist ebenfalls Naturwissenschaftlerin. Auch für sie war der Tod eines nahen Menschen der Anstoß, sich auf die unerklärbare Welt einzulassen. „Menschen, die mir von ihrem Glauben an Gott erzählen und denen ich vertraue, helfen mir wirklich. Das ist ganz anders als alles, was ich darüber in Büchern lese,“ sagt die junge Frau.
Was glauben Sie? Gibt es Gott? Wie stellen Sie sich ihn vor? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Nach den Ergebnissen einer großen internationalen Studie der Bertelsmannstiftung geben 70 % der Deutschen über 18 an, dass ihnen Religion etwas bedeutet. Jeder 5. ist sogar tief religiös. Darüber gesprochen wird wenig. Es ist auch nicht leicht von etwas zu erzählen, das unfassbar ist. Spirituelle Erfahrungen sind sehr persönlich und subjektiv. Gespräche darüber brauchen Anlässe und einen bestimmten Rahmen. Darüber redet man nicht kurz mal wie übers Wetter. Und doch leben alle Religionen davon, dass Menschen ihre Erfahrungen mit Gott weitererzählt und aufgeschrieben haben. Für mich selbst sind die biblischen Geschichten wichtig. Aber genauso Menschen in meiner Umgebung, die darauf vertrauen, dass es Gott gibt.
Menschen, die bekennen, welche religiösen Erfahrungen sie tragen und ihnen Halt geben. Welche Zweifel immer wieder auftauchen. Welche Gewissheiten ihnen keiner nehmen kann. Wie sie beten. Wann sie sich ganz von Gott entfernt haben und wie sie sich wieder annähern konnten. Ich verstehe gut, dass die junge Frau sagt: „Menschen, die mir von ihrem Glauben an Gott erzählen und denen ich vertraue, helfen mir wirklich. Das ist ganz anders als alles, was ich darüber in Büchern lese.“
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Wir hatten am Vorabend das Altpapier zusammengepackt und vor die Tür gestellt. Einmal im Monat am Samstag ist in unserem Wohnviertel Altpapierabfuhr. Diesmal ist morgens um 8 große Aufregung vor dem Haus. Nachbarn im Schlafanzug, Polizeibeamte, Handwerker.
In der Nacht haben Jugendliche den großen Berg Altpapier vor unserem Mehrfamilienhaus angezündet. Den Kabelkasten mit den Anschlüssen für Telefon, Fernsehen, Radio und Internet hat es dabei mit erwischt. Alles verschmort. Kaputt. Nichts geht mehr.
Plötzlich ist sie ganz hautnah, die Jugendkriminalität, von der gerade ständig die Rede ist. Eine heiße Diskussion über härtere Strafen beziehungsweise pädagogisch wirksamere Lösungen dafür ist entbrannt. Die einen sagen, das ist vor allem ein Wahlkampfthema. Denn statistisch gesehen steigen die Zahlen der kriminellen Taten von Jugendlichen nicht. Nur die Aufmerksamkeit dafür sei höher. Wenn es wirklich so ist, und die Beachtung krimineller Delikte nur durch ihre Behandlung in den Medien stärker in den Mittelpunkt rückt, können wir froh sein. Wenn Kriminalität nicht wirklich steigt sondern ihre gesellschaftliche Aufmerksamkeit dafür, ist das ein Zeichen für Humanität und Moral. Die Diskussion um Ursachen und angemessene Lösungsvorschläge ist im Gang. SWR 1 hat vor zwei Wochen einen ganzen Tag lang das Thema mit Experten besprochen. Die Stimmen, die vertreten, dass Kinder und Jugendliche Bildung, Beachtung und sinnvolle Beschäftigungen brauchen, sind deutlich hörbar. Den Satzfetzen einer Hauptschullehrerin in einem der Radiointerviews, den ich grade so mitbekomme, kann ich voll unterstreichen. Wenn Jugendliche, denen eine erhöhte Gewaltbereitschaft unterstellt wird, Anerkennung und Wertschätzung erleben, brauchen sie sich Aufmerksamkeit nicht gewaltsam erzwingen.
In unserem Wohnviertel ist das Thema auf einmal ganz konkret. Einer der Polizeibeamten ist realistisch. Wenn die Disco unweit des Viertels die ganze Nacht geöffnet hat, ebenso wie der Schnellimbiss in der Nähe, wird das Problem größer. Unser Wohnviertel wird es nicht alleine lösen. Wir werden vielleicht auch polizeiliche Unterstützung brauchen. Aber es könnte ja sein, dass nach dieser Erfahrung eine Initiative entsteht, die auch pädagogische Ideen entwickelt, wie wir ganz konkret dieser sinnlosen Zerstörung begegnen können.

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Für Christen beginnt die Woche heute, nicht am Montag morgen. Jeden Sonntag feiern sie die Auferstehung Jesu und erinnern daran, dass das Leben stärker ist als der Tod. Bevor am Montag der Alltag mit all seinen Notwendigkeiten wiederkehrt ist der Sonntag eine Einladung, das Leben zu feiern. Möglichkeit dazu wollen die Gottesdienste geben.
Segensworte stehen am Ende der Sonntagsfeiern. Sie sind das gute Geleit für den Neubeginn einer jeden Woche. Worte, die Menschen schützen und trösten. Worte, die Mut machen. Worte, die heilsames bewirken. Worte, die das Gute in Menschen benennen, die sie auf ihre Möglichkeiten ansprechen. Worte, die herausführen aus Angst und Not.
Hanns Dieter Hüsch, bekannter deutscher Kabarettist, der vor zwei Jahren gestorben ist, hat solche Segensworte aufgeschrieben, die mir selbst viel bedeuten:

„Im übrigen meine ich, dass Gott uns alle beschützen möge auf unserem langen Weg zur Versöhnung mit allen Menschen und allen Völkern.
Er möge uns bewahren und pflegen mit seiner allumfassenden Güte.
Er möge uns heilen und alle Krankheiten von uns nehmen.
All unsere Wunden an Leib und Seele, die wir uns ständig antun, möge er mit seiner einzigartigen Kraft in Zeichen der Reife und Weisheit verwandeln.
Er möge uns von seiner Heiterkeit ein Quäntchen in uns hineinpflanzen. Auf dass sie bei uns wachse, blühe und gedeihe und wir unseren Alltag leichter bestehen.
Dass er uns bewahre vor jedem Hochmut und jeder Bitterkeit und dass er uns fähig mache weiterhin zu glauben an seine Welt, die nicht von unserer Welt ist.
Er möge uns behüten vor aller Besserwisserei und uns beflügeln, Freiheit und Fantasie zu nutzen um Feinde in Freunde zu verwandeln.
Er lösche langsam in uns jedes Vorurteil. Langsam, denn wir stecken bis über beide Ohren voll davon.
Und wir bitten ihn weiterhin unser Freund zu sein, der immer uns übrig bleibt in aller Finsternis und Unvernunft, wenn wir schier an allem und an uns verzweifeln.
Er sei mit uns, wenn wir unter den Verlierern sind und gebe uns Kraft zur Demut und Kraft am Ende aufzustehen für einen neuen Anfang.“

Dieser und andere Segenstexte können nachgelesen werden in:
Blüm, Michael, Hüsch, Hanns Dieter: Das kleine Buch zum Segen. Tvd Verlag, Düsseldorf 2000.

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