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SWR1 3vor8

26SEP2021
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Drei Themen sind es, die mich seit geraumer Zeit besonders beschäftigen: Die jungen Menschen bei uns. Der Klimawandel. Und der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

Wenn ich heute wählen gehe, dann bestimmen sie auch die Entscheidung, wem ich meine Stimme für die kommenden vier Jahre gebe. Es ist wenig genug, was ich als Einzelner tun kann: mir über die Zukunft Gedanken zu machen, eine Entscheidung für die Partei zu treffen, die mir am meisten entspricht, und dann bei der Wahl mitzumachen. Das betrachte ich als meine Pflicht. Auch als Christ. Denn auf die drei Themen, die mich beschäftigen, schaue ich auch aus der Warte meines Glaubens.

Eine biblische Lesung im katholischen Gottesdienst für diesen Sonntag setzt dafür ein starkes Signal. Im Buch Numeri heißt es:  Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte! Mose spricht diese Bitte aus. Weil er spürt, wie sich sein Schüler Josua aus der Verantwortung stehlen will. Josua will lieber so weiter machen wie bisher. Gottes Geist dagegen will etwas in Bewegung setzen.

Ich bin überzeugt: Genau das ist es, was von uns als Christen erwartet wird. Wir müssen laut sagen, was uns wichtig ist, für was wir eintreten - zum Wohle der Menschen in unserem Land. Christen glauben daran, dass Gott sie mit seinem Geist führt, damit sie wie Propheten den Mund aufmachen und mutig danach handeln.

Was also hieße prophetisch reden zu meinen drei Themen vom Beginn?

Wenn die Schwächsten der Gesellschaft - und das sind oft die Kinder und Jugendlichen - vergessen werden, dann ist das ein Alarmzeichen. Wir sind ein reiches Land und haben große Möglichkeiten. Wir brauchen mehr Lehrer, Schulen, die besser ausgestattet sind, Förderprogramme für die, die von zuhause benachteiligt sind.

Um die Folgen des Klimawandels abzuwenden, ist es bereits zu spät. Wir alle haben in den letzten Jahren zu wenig dagegen getan. Oft genug haben wir weitergelebt, als wäre nichts. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden die Folgen unumkehrbar sein. Noch größere Katstrophen werden eintreten als die, die wir in diesem Sommer erlebt haben. Und es wird wieder die Schwächeren am meisten treffen.

Für den Zusammenhalt in unserem Land braucht es vor allem eins: Respekt. Christlich gesprochen bedeutet das: im anderen den Nächsten zu sehen. Ihn nicht zu beleidigen, sondern zu hören, was er zu sagen hat.

In diesem Geist werde ich heute wählen, und dafür will ich mich in den nächsten vier Jahren auch engagieren.

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