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SWR1 3vor8

03NOV2019
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„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht„ (1. Mose 8, 22). So gibt die Bibel Gottes Versprechen an die Menschheit wieder. Eine große Flut war über die Menschen gekommen als Folge ihres unmäßigen, zerstörerischen Lebens. Nur ein paar wenige sind damals davongekommen, erzählt die Bibel. Und denen verspricht Gott: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Mit diesem Versprechen beginnt die Menschheitsgeschichte neu. Bis heute verlassen sich Juden und Christen darauf. In den evangelischen Gottesdiensten wird heute darüber gepredigt.

Ich gebe zu: Es gab und gibt Katastrophen, Tsunamis und Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und Waldbrände, und vor allem schreckliche Kriege. Millionen sind seither umgekommen. Haben sich gegenseitig umgebracht. Aber nie ist die Erde insgesamt in Gefahr gewesen. Immer ist die Sonne wieder aufgegangen, Und immer gab es wieder Ernten und das Leben ging weiter. Trotz allem.

Ich möchte das auch heute den Weltuntergangspropheten entgegenhalten, die meinen: Es hat doch keinen Sinn sich einzusetzen zum Beispiel für die Bewahrung der Schöpfung, für gesunde Luft, organischen Ackerbau und artgerechte Tierhaltung und faire Preise für die Erzeuger. So wie der Mann, die mir neulich geschrieben hat: „Kaufen wir also einfach die teureren Bio-Lebensmittel“, stand in seiner Mail – „aber wer garantiert uns dann, dass auch mehr bei den Bauern ankommt? Die größere Gewinnspanne landet doch beim Handel. Da müssten wir also direkt beim Bauern kaufen. Das aber - wenn jetzt jeder zum Hofladen kutschiert - macht die Ökobilanz auch ganz schnell kaputt. Es ist nicht so einfach, wie Sie uns weismachen wollen.“

Und das ist wohl wahr, finde ich. Einfach ist es nicht, wenn die Welt ein guter, lebenswerter Ort bleiben soll. Aber es kann ja auch nicht sein, dass wir sagen: Es ist zu schwierig. Man kann nichts machen, also lassen wir es.

Ich denke, man muss anfangen, da wo es geht. Und am besten geht es, wenn jeder bei sich selbst anfängt. Je schwieriger etwas scheint, umso stärker muss die Zuversicht werden, dass es sinnvoll ist, sich ins Zeug zu legen. Genau das macht Gott, erzählt die Bibel. Er stärkt die Zuversicht.

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Ich muss gar nicht die Welt retten. Für ihren Bestand sorgt Gott. Aber ich kann tun, was mir möglich ist, damit sie ein guter Ort für alle bleibt.

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