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SWR1 3vor8

(Apg. 5, 12-16)

Was macht die Christen aus? Was macht sie attraktiv im Wortsinne?  In den katholischen Kirchen ist heute ein Text zu hören, der eine Antwort auf diese Frage gibt. Die Apostelgeschichte erzählt über die ersten Christen: 

„Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk. ... Immer mehr wurden im Glauben zum Herrn geführt, Scharen von Männern und Frauen. Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Liegen, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel.

Auch aus den Städten ringsum Jerusalem strömten die Leute zusammen und brachten Kranke und von unreinen Geistern Geplagte mit. Und alle wurden geheilt. „

Soweit der Bibeltext. Ziehe ich die starke Wundergläubigkeit dieser Zeit vor 2000 Jahren mal ab. Und wohl wissend wie wenig Krankenversorgung  es damals gegeben hat, bleibt eines ganz klar übrig: dass die ersten Christen geheilt haben. An Leib und Seele geheilt haben. Und das war ja auch einer der Hauptgründe warum sich diese neue Religion so schnell ausgebreitet hat. Das lag zwar auch am gut ausgebauten Straßennetz des römischen Imperiums. Und es lag auch daran, dass die ersten Christen untereinander so spürbar besser miteinander umgegangen sind. Viel besser als es in anderen Religionen oder in der Gesellschaft um sie herum der Fall war. Dass Sklaven bei ihnen keine Sklaven mehr waren. Und Frauen gleichberechtigt, ja auch Hauskirchen geleitet haben.

Die ersten Christen haben also selbst Heil erfahren und dieses Heil durch Heilungen an andere Menschen weitergegeben.

Und wie sieht das heute aus? In der Seelsorge? Machen die Christen heute die Menschen heil? Ich denke schon, aber nicht genug, weil es zu wenig Seel-Sorge gibt, viel zu wenig. Natürlich gibt es viele Bereiche, die eine heilsame Nähe zu den Menschen ermöglichen. An all den Orten wo Kranke gepflegt, Behinderte betreut und Sterbende begleitet werden. Da geschieht ganz viel Heil und Heilung, Tag für Tag, Nacht für Nacht, Stunde um Stunde. Das ist gut, das tut gut und macht den christlichen Glauben glaubwürdig. Aber es ist nie genug, es könnte immer mehr sein, viel mehr. Vor allem im Alltag. Zum Beispiel durch mehr Zeit, die wir Menschen schenken. Zeit zum Gespräch, für Trost oder zur Therapie. Denn um nichts anderes als um das Seelenheil der Menschen geht es dem Gott Jesu Christi.

 

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