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SWR1 3vor8

Heute ist Erntedanksonntag. In vielen Kirchen, auch in den Städten, liegen Früchte und Getreide am Altar. Und Menschen freuen sich daran, dass so viel wächst und gedeiht aus Gottes Erde. Es tut gut, wenn einem das zu Herzen geht und man sich bedankt dafür. In den Evangelischen Kirchen regen ein paar Verse aus einem kleinen Brief in der Bibel zusätzlich zum Dank an und zum Denken.

Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, heißt es da, nichts hat er verworfen. Wir müssen es nur mit Dankbarkeit von ihm entgegennehmen.  (1. Tim 4,4)

Gibt es überhaupt Grund dieses Jahr für die Ernte zu danken? Ich denke, ja. Und zwar grade, weil dieses Jahr auch schwierig war. Trockenheit hat vielen Böden, Pflanzen und Tieren zugesetzt. Die Sorge um die Trockenheit und ob genug da sein wird für uns Verbraucher, und für die Landwirte, für ihre Tiere und zum wirtschaftlichen Überleben. Das macht doch deutlich, wie sehr Danken dran ist. In einem normalen Jahr, da nimmt man die Ernte vielleicht so hin. Nach dem Motto: ‘Bei uns in Mitteleuropa hat das so zu sein, dass genug wächst. Und was hier nicht wächst, das kaufen wir.’ Aber wahrscheinlich denke ich nicht weit genug, wenn ich so denke.

Ich finde darum, wir haben Grund, danke zu sagen, dass es auch dieses Jahr wieder funktioniert hat mit der Ernte. „Gott hat alles gut geschaffen“, steht in dem Brief in der Bibel. Zum Dank an Gott gehört für mich auch der an die Menschen, die sich in diesem Jahr für die Ernte engagiert haben. Wir Christen glauben ja, dass wir Gottes Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind.

Darum: Danke Gott, und danke jeder und jedem, die mitgearbeitet haben und mitarbeiten, dass wir leben können. Ich hoffe, dass meine Dankbarkeit von heute keine Momentaufnahme bleibt.  Sondern dass dieses Wissen in Fleisch und Blut übergeht, wie kostbar das ist und dass ich eine Verantwortung dafür habe.

Ich bin mitverantwortlich für diese Erde, auf und von der ich lebe. Ich möchte ernst machen mit dem Schutz der Erde. Mich engagieren, dass es was wird mit der Energiewende. Politisch und auch persönlich. ZB. schonender und intelligenter mobil sein. Und muss man wirklich so viel wertvollen Boden zu asphaltieren?

Wir alle haben zu danken und sind verantwortlich: Als Landwirte, als Konsumenten, wie wir essen, wie wir uns von A nach B bewegen. Als Menschen auf dem Land und Menschen wie ich, die mehr städtisch leben. Die Schöpfung ist wunderbar und kostbar. Wir könnten uns mehr für sie ins Zeug legen. Ich bin sicher, sie dankt es uns.

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