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SWR1 3vor8

„Wir brauchen dringend ein paar gute Regeln. Und jeder muss sie einhalten. Sonst zerstreiten wir uns, über dem Erbe unserer Eltern.“ Das haben die 4 Geschwister verabredet. Und sie haben es wirklich geschafft. Sie konnten ohne Streit klären, wie sie mit dem Erbe gerecht umgehen.

Wie bleibt man einig? Das ist eine ewige Herausforderung für uns Menschen, nicht nur unter Geschwistern. Eine Mannschaft, die nicht einig ist, wird nie Weltmeister. Eine Koalition schafft fürs Land nur Gutes, wenn sie einig ist. Und eine Projektgruppe in einer Firma braucht Einigkeit, wenn sie gute Lösungen für die Zukunft finden will.

Zum einig sein helfen Regeln und Teamgeist. Das hat Paulus vor 2000 Jahren schon gewusst. Und hat seiner christlichen Gemeinde in Griechenland Regeln ans Herz gelegt.
Paulus hat geschrieben: „Seid verbunden, durch dieselbe Liebe, durch Einmütigkeit und durch dasselbe Ziel.“ Das klingt ein bisschen allgemein, aber dann wird er ganz konkret und man merkt: Paulus weiß, was Einigkeit kaputt machen kann:

„Nicht Eigennutz oder Eitelkeit soll bestimmen, was ihr tut. Nehmt euch zurück und achtet den anderen höher als euch selbst. Seid nicht auf euren eigenen Vorteil aus.“

Ich finde, diese Sätze von Paulus sind sehr gut und sie treffen die Sache genau: Die könnte jeder Trainer heute eins zu eins an die Kabinentür hängen, jede Mutter ans schwarze Brett, damit die Familie dran denkt. Jede Teamleiterin und nicht zuletzt die Kanzlerin könnte daran erinnern.

„Seid nicht auf euren Vorteil aus.“ Vielleicht war das der Schlüssel bei den 4 Geschwistern, dass sie einig geblieben sind. Beim Erben. Wenn bei ihnen das Gefühl aufgekommen wäre, einem geht es nur um sich, dann wäre das Vertrauen bald kaputt gewesen. Und die Einigkeit auch.

Oder dieser andere Satz von Paulus: „Nicht Eigennutz oder Eitelkeit soll bestimmen, was ihr tut. Nehmt euch stattdessen persönlich zurück.“ Wie wahr. Eine Mannschaft ist dann gut, wenn jeder will, dass die Mannschaft glänzt, nicht er selbst. Keiner und keine darf sich zu schade sein, für die anderen zu arbeiten. Und auch Fehler der anderen auszubügeln.

Das kann man übertragen: Wenn in einer Gesellschaft jeder nur das Beste für sich herausholen will, dann wird sie daran zerbrechen. Paulus meint dagegen: „Seid verbunden im Ziel“. Das Leben soll für alle besser werden. Das wäre ein gemeinsames Ziel, das eint. Und gute Regeln auf dem Weg dahin, verhindern Streit. Ich finde die von Paulus ziemlich gut. Jetzt müssten wir uns nur noch dran ha lten.

Bibeltext : Philipper 2,1-4

Das gibt es doch schon bei euch:
das mahnende Wort im Auftrag von Christus, die Ermutigung aus Liebe. Dazu die Gemeinschaft durch den Heiligen Geist sowie Mitleid und Barmherzigkeit.
Macht also meine Freude vollkommen und seid euch einig – verbunden durch dieselbe Liebe, durch dieselbe Meinung und durch dasselbe Ziel.
Nicht Eigennutz oder Eitelkeit soll euer Handeln bestimmen. Sondern nehmt euch zurück und achtet den anderen höher als euch selbst.
Seid nicht auf euren eigenen Vorteil aus, sondern auf den der anderen – und zwar jeder und jede von euch!

https://www.kirche-im-swr.de/?m=26837