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SWR1 3vor8

Wem kann man noch glauben und was stimmt eigentlich? Viele fragen sich das und sind verunsichert.
Im Internet wird vieles behauptet, was sich hinterher als haltlos herausstellt. Ängste werden geschürt, Empörung wird erzeugt – und dabei geht es doch nur darum, die eigenen Interessen durchzusetzen. Am Ende wird man grundsätzlich misstrauisch. Die belügen uns doch alle, sagen inzwischen viele.

Solche Verunsicherung ist überhaupt nicht neu. Der Prophet Jeremia, ein Gottesmann hat schon vor mehr als 2.500 Jahren gegen Lügenpropheten gekämpft. Sie betrügen euch, hat er gesagt. Sie sprechen nur von ihren eigenen Träumen und Befürchtungen (Jer 23, 16). Sie reden von dem, wie sie sich die Zukunft vorstellen, damit ihr Angst kriegt und heute schon so handelt, als ob das alles wahr wäre, was sie sagen.

Aber, gibt Jeremia zu bedenken, wahre Propheten sagen nicht die Zukunft voraus. Sie beurteilen die Gegenwart. Sie decken auf, was heute geschieht. Und dabei haben sie nur einen Maßstab: Entspricht das Handeln der Menschen dem, wie Gott sich die Menschen vorstellt? Was heute geschieht – ist das gerecht? Barmherzig? Kommen die Armen zu ihrem Recht? Werden die freundlich aufgenommen, die flüchten mussten? Wahre Propheten helfen heute das Richtige zu tun. Sie helfen dabei heute für eine Welt  einzutreten, in der alle Menschen angstfrei leben können. Nur so kann auch die Zukunft gut werden, weil so vertrauen wächst und Solidarität unter den Menschen.

Na gut, sagen Sie jetzt vielleicht noch einmal. Aber wem soll ich denn trauen. Jeder sagt etwas anderes. Jeder schlägt eine andere Lösung vor.
Jeremia damals hat Merkmale genannt an denen man sich orientieren kann. Erstens, sagt er: Reden  die Propheten von Gott? Von  der Gerechtigkeit für alle, für die unser Gott steht?  Oder sprechen sie von anderen Göttern (Jer 23, 27) – von nationaler Identität, von „mia san mia“ und „das Boot ist voll“?

Geht es also um ihre eigenen Ideologien, die sie predigen, oder um die Umkehr zu Gott, der Leben für alle will? Gott will, dass alle leben können. Ich glaube: Wer sich dran orientiert – der vertraut auf den richtigen Weg.

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