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SWR1 3vor8

„Kocht Jesus was Leckeres für uns, wenn wir tot sind?“ Das hat mich mein dreijähriger Sohn vor einiger Zeit gefragt. „Kocht Jesus was Leckeres für uns, wenn wir tot sind?“ Eine Nachbarin war im hohen Alter gestorben. Das hat ihn sehr beschäftigt und wir haben oft darüber gesprochen. Ihm war klar, dass alle Menschen mal sterben. Er auch. Aber Hunger wird er dennoch haben. Anders konnte er sich das nicht vorstellen. Und Jesus, da ist sich mein Sohn sicher, der kümmert sich ja um die Menschen. 
Mir gefällt die Vorstellung. Jesus war ja auch gestorben, der weiß, wo die toten Menschen sind. Und Jesus selbst hat die Zukunft mal als ein üppiges Festmahl beschrieben. Warum also soll ein Dreijähriger sich dann nicht vorstellen, dass Jesus kocht? 
Etwas „erwachsener“ hat Johannes sich die Zukunft der Gestorbenen vorgestellt. Johannes war ein Gemeindeleiter unter den ersten Christen. Er hatte dazu eine Vision, eine Eingebung von Gott. Über die wird heute in vielen evangelischen Gottesdiensten gepredigt. Johannes hat beschrieben, wie Jesus mit ihm gesprochen hat: „Fürchte dich nicht. Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, aber sieh doch: Ich lebe für immer und ewig. Und ich habe die Schlüssel, um das Tor des Todes und des Totenreiches aufzuschließen“ (Offb 1,17b.18). 
 
Mich tröstet es, dass Jesus auf die wartet, die gestorben sind. Noch mehr tröstet mich aber, dass sich niemand vor dem Tod fürchten muss. Vor dem Sterben haben ja viele Angst und wünschen sich einen schmerzfreien Tod. Das kann ich gut verstehen und das wünsche ich mir auch. Aber viele, die glauben, dass nach dem Tod noch irgendetwas kommt, fürchten sich auch vor diesem danach. Sie haben die Bilder im Kopf von der Hölle. Fürchten das Gericht Gottes, vor dem angeblich keiner bestehen kann. 
Dagegen finde ich tröstlich, was Johannes von Jesus gehört hat: „Fürchte dich nicht. Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.“ 
Mir sagt das: Wenn Jesus dort ist, nach dem Tod, dann wird es ein guter Ort sein. Ich muss mich nicht davor fürchten. Er schließt die Tür auf für alle. Keiner muss draußen bleiben. Alle sind eingeladen – wie zu einem großzügigen Fest. 
Das „fürchte dich nicht“, ich glaube, das gilt für alle Sorgen, die dieses „danach“ betreffen. Und wenn mein Sohn also Angst hat, dass er dort nichts zu essen bekommt, dann glaube ich das gerne für ihn: Fürchte dich nicht. Jesus wird kochen. Und es wird lecker sein!
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