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SWR1 3vor8

Was bleibt von mir, wenn ich tot bin? Wenn das eigene Leben bald endet, fragen sich das viele. Was bleibt von mir? Hier auf der Welt. Vielleicht auch in einer anderen nach dem Tod. Manche stellen sich ganz ähnliche Fragen auch schon mitten im Leben. Meine Kinder, antworten viele dann, die den Familiennamen weiter tragen. Manche versuchen, etwas zu tun, damit hoffentlich viele Menschen sich an sie erinnern: Sie engagieren sich für eine gute Sache, in einem Verein, für ihre Stadt oder ihre Gemeinde, sie stiften oder spenden.

Im Bibeltext, über den heute in vielen evangelischen Gottesdiensten gepredigt wird, tauchen diese Fragen auch auf. Jesus unterhält sich da mit anderen, die Antworten darauf suchen. Die gerne „ewiges Leben“ hätten. Das ist die Umschreibung in der Bibel für diese Fragen. Aber Jesus findet, seine Zuhörerinnen und Zuhörer suchen an der falschen Stelle. Er sagt ihnen nämlich: „Ihr sucht in den Heiligen Schriften, weil ihr meint, durch sie das ewige Leben zu erhalten. Die Heiligen Schriften sind meine Zeugen. Aber ihr wollt euch mir nicht anschließen, um das ewige Leben zu erhalten“ (Joh 5,39f).

Seine Zuhörer denken nämlich: „Ich muss dieses machen, ich muss jenes machen. Dann bin ich ein guter Mensch. Dann wird was von mir über bleiben. Denn so steht es ja hier.“ Manche denken das auch heute noch. Und dann wollen Eltern ihre Kinder vom Biologieunterricht abmelden. Denn dort lernen die Kinder, wie die Welt entstanden ist. Und das war anders, als es in der Bibel steht.

Da hängen manche so sehr an den Buchstaben und vergessen dabei den Sinn dahinter. Sie hinterfragen nicht mehr, folgen einfach blind. Jesus hat das anders gemacht. Er hat nach dem Sinn gefragt. Zum Beispiel damals beim Sabbatgebot. Am Sabbat durfte man eigentlich gar nichts tun. Aber Jesus hat Menschen geheilt und mit seinen Jüngern auf dem Feld geerntet – damit sie nicht hungern mussten.

Mir sagt das, dass es darauf ankommt, dass Leben möglich wird. Gutes Leben. Dazu sind die Geschichten, die Gebote und Anweisungen der Bibel da. Ich orientiere mich dabei an Jesus: Wie hat er sich verhalten? Oder was würde er wohl sagen oder machen, wenn er jetzt hier wäre? Ich schließe mich Jesus an. Das heißt für mich, ich will so leben, wie er es vorgemacht hat. Jesus hat gesagt, dass das der Weg zum ewigen Leben ist.

Natürlich ist es gut, wenn ich hier Gutes tue. Damit das Leben ein bisschen besser wird. Vielleicht baut mir dann sogar jemand ein Denkmal. Aber irgendwann wird es bröckeln. Das wird nicht bleiben. Gott dagegen wird sich an mich erinnern. Nicht nur jetzt oder für einige Zeit, sondern ewig.

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