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SWR1 3vor8

Was kommt nach dem Tod? Wer einen Angehörigen verliert oder selbst schwer krank ist, wird von solchen Fragen umgetrieben. Und jetzt im November liegen sie auch irgendwie in der Luft, das trübe Wetter, die Feiertage, die an den Tod erinnern, die Gräber auf den Friedhöfen müssen für den Winter hergerichtet werden. Ob man will oder nicht – da werden Gedanken an den Tod wach.

Was kommt nach dem Tod?

Wirklich wissen kann das niemand. Manche hoffen auf eine Reihe von Wiedergeburten, bis man irgendwann ins Nirvana eingeht und Ruhe findet. Manche sagen: Da kommt nichts, tot ist tot. Aus, vorbei. Lebt lieber jetzt. Und in den mittelalterlichen Kirchen kann man Bilder von Paradies und Hölle sehen. So haben die Menschen sich das vorgestellt, was nach dem Tod kommt.

Dabei ist die Bibel sehr zurückhaltend, mit Antworten. Heute am Totensonntag oder Ewigkeitssonntag wird in den evangelischen Gottesdiensten davon gesprochen. Paulus zum Beispiel, der schreibt an die Leute in Korinth: Es wird anders sein, als das, was ihr kennt. Er nimmt das Bild von Saat und Wachstum und erinnert die Stadtmenschen daran, wie es in der Natur zugeht: „Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt“ Und dann  zieht er daraus den Schluss: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen inHerrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft“ (1. Kor 15, 42f) Was für eine schönes Bild! Krankheit und Leid werden nicht mehr sein. Stattdessen Herrlichkeit und Kraft.

Ein anderer Bibelabschnitt erklärt, was nach dem Tod anders sein wird: „Gott selbst wird bei ihnen wohnen.“ (Offb. 21,3) Gott wird sichtbar und spürbar für die, die gestorben sind, ob im Krieg oder auf dem Schafott, ob nach schwerer Krankheit oder alt und lebenssatt. Gott wird bei ihnen wohnen. Dann, stelle ich mir vor, muss ich nicht mehr fragen: Wo bist du, Gott?  Warum kümmerst du dich nicht um deine Menschen? Ich kann zur Ruhe kommen und es gut sein lassen. Wie schön!

Woher die Schreiber der Bibel das wissen konnten? Wie ich das glauben kann? Sie damals haben es von Jesus gehört. Der hatte es versprochen. Ich gehe zu meinem Vater und ihr werdet auch dorthin kommen. Dort werden wir wieder beieinander sein. Und bis dahin werde ich euch trösten und begleiten bei allem, was euch in eurem Leben begegnet.

Das haben die Leute damals erlebt. Das habe ich auch schon erlebt, dass Gott mich nicht im Stich gelassen hat, obwohl es ziemlich dunkel aussah um mich herum. Deshalb vertraue ich darauf, was Gott versprochen hat. So wie die Schreiber der Bibel auch. Und: Es tröstet mich, wenn ich mich frage: Was kommt nach dem Tod?

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