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SWR1 3vor8

Alle Achtung! Das ist wirklich eine Auszeichnung, mit der Jesus da Menschen beehrt. „Ihr seid das Salz der Erde“, sagt er. All denen, die versuchen, sich an ihn halten. Die sich an ihm orientieren. „Ihr seid das Salz der Erde“.
Jesus zeichnet damit aus und fordert heraus. Und er setzt noch ein zweites Bild daneben. „Ihr seid Licht der Welt.“
Beides hat er in seiner berühmten Bergpredigt gesagt: Heute wird man in den evangelischen Kirchen daran erinnert.
„Ihr seid Salz.“ Ein edles Etikett, das Jesus mir da anheftet. Das Leben soll nicht fade sein und nicht langweilig. Und er traut Ihnen und mir zu: Wir können dazu beitragen, dass das Leben nicht schmeckt wie eine Suppe, bei der man das Salz vergessen hat. Im Gegenteil: Wenn das Leben abgestanden schmeckt oder sogar abgeschmackt: Wir können ihm wieder Würze geben, Leben ins Leben bringen. Je mehr ich mir diese Auszeichnung auf der Zunge zergehen lassen, umso besser schmeckt sie mir.
Vielleicht gehören Sie aber zu den Menschen, die das Gefühl haben. Ich wäre ja gern Salz, würde anderen gern nützen. ‚Aber Salz, ich? Wie kann ich dem Leben Würze verleihen?‘
Manche fühlen sich wie zu kleine Rädchen, von denen keiner mehr eine Wirkung erwartet. Wird das noch gebraucht, was ich kann?
Auch gegen solche Selbstzweifel steht das Wort von Jesus: „Ihr seid Salz der Erde“. Oft braucht es ja nicht viel. Es reicht das Richtige. Das ist ja das Spannende an Salz: Zu viel, ist gar nicht gut. Eine Prise zu sein für andere, das reicht.
Es bringt Leben ins Leben, wenn meine Mutter mit bald 90 einen Kuchen backt.
Das gibt dem Sonntag einen ganz feinen Geschmack.
Oder: Es bringt Leben in das Leben von Kindern, wenn ein Großvater ihnen ein kleines Abenteuer in der Natur schmackhaft macht, dass sie sogar ihre Handys vergessen. Es bringt Leben ins Leben von Flüchtlingen, wenn ihnen die Mehrheit im Dorf zeigt: Wir schützen Euch.
Es bringt frischen Geschmack ins Leben, wenn ein Paar 20 Jahre lang zusammen gelebt hat und auf einmal fragt er sie doch: „Willst Du mich heiraten?“
Und manchmal kann man einen Menschen, den das Leben starr gemacht hat, ein bisschen auftauen, wie Salz das Glatteis auftaut im Winter. Ihm Vertrauen ins Lebens und an Gott wieder näher bringen.
„Ihr seid Salz der Erde“. Eine Prise langt. Wenn Gott mich durch Jesus so auszeichnet, dann werde ich mir das nicht ausreden lassen. Von niemand, auch von mir selbst nicht. Nutzlos gibt’s nicht. Wenn man Jesu Mission folgt: Menschen zählen. Aufmerksamkeit für einander.

Matthäus 5,13-16
13»Ihr seid das Salz der Erde:
Wenn das Salz  nicht mehr salzt,
wie kann es wieder salzig werden?
Es ist nutzlos!
Es wird weggeworfen und von den Menschen zertreten.
  
14Ihr seid das Licht der Welt:
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt,
kann nicht verborgen bleiben!
15 Es zündet ja auch niemand eine Öllampe an
und stellt sie dann unter einen Tontopf.
Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer,
damit sie allen im Haus Licht gibt.
16 So soll euer Licht vor den Menschen leuchten.
Sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.«

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