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SWR1 3vor8

Immer wieder erzählt die Bibel, dass Jesus Dämonen austreibt. Er trifft häufig auf sogeannte Besessene. Menschen, deren Geist oder Körper beherrscht wird von unbekannten, unwiderstehlichen Kräften. Zum Teil waren diese Menschen sicher psychisch krank oder hatten epileptische Anfälle, sie mussten schreien, zucken, sich verkrampfen, oder sie haben wirr geredet. Das machte sie auch für ihre Umgebung unheimlich. Wer „besessen“ war, wurde deshalb meist aus dem sozialen Leben ausgeschlossen, musste sich von allen andern fernhalten. So ist es ein starkes Zeichen, dass Jesus sich so oft Besessenen nähert, sie berührt, sie anspricht. Damit holt er sie aus ihrer Isolation heraus. Und dann hilft er ihnen, frei zu werden von dem, was sie hindert, sie selber zu sein. Wahrscheinlich hatte Jesus tatsächlich eine Gabe, mit kranken und sich selbst entfremdeten Menschen gut und heilend umzugehen, und sie haben ihm offensichtlich auch besonders am Herzen gelegen. Die Bibel erzählt oft davon. Dabei geht es nicht nur um einzelne Ereignisse, über die sich nur ein paar Glückliche freuen können.

Heilungsgeschichten in der Bibel wollen wohl vor allem sagen, was Gott für jeden Menschen will: heil zu sein an Körper und Seele. Am Anfang des Markusevangeliums wird besonders ausführlich erzählt, wie Jesus Kranke und Besessene heilt. In Scharen kommen sie zu ihm oder werden gebracht. Und es wird erzählt, dass er durch ganz Galiläa gezogen ist, um zu predigen. Offensichtlich hängt beides zusammen. Predigen und heilen. Von Gottes Nähe zu den Menschen sprechen und ihr Leid lindern. Jesus muss Worte und Gesten gefunden haben, bei denen sich in gequälten Menschen etwas lösen konnte. Er berührt die Leidenden und hilft Menschen, wieder sie selbst zu sein.

Ich glaube, dass auch ich heute Gott so sehen darf. Dass ich in der Beziehung mit ihm suchen und finden darf, was mich frei macht.

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