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SWR1 3vor8

32. Sonntag im Jahreskreis A (1 Thess 4,13-18)

 

„Es ist noch keiner zurückgekommen!“ Gemeint ist: nach dem Tod. Das ist ein Spruch, den man immer wieder hört. Vielleicht haben Sie ihn sogar schon selbst gesagt. „Es ist noch keiner zurückgekommen!“ Dann denken Sie: Ja, das stimmt. Und deshalb wird über die Frage, die damit zusammen hängt, bis heute so heftig und kontrovers diskutiert, wie über kaum eine andere. Die Frage: Was erwartet mich, wenn ich tot bin?

Die einen sagen: Es erwartet mich nichts. Wenn ich tot bin, dann ist alles aus. Man weiß nichts, also gibt es auch nichts. So kann man schon denken, auch wenn das mit dem Wissen so eine Sache ist. Es gibt so vieles, was ich nicht weiß.

Andere klammern sich an so genannte Nahtoderlebnisse. Da wird von einem hellen Licht berichtet, das Menschen gesehen haben. Sie charakterisieren ihre Erfahrung als wohltuend und schön. Ich respektiere das, aber es genügt mir nicht, wenn ich etwas zum Tod sagen will. Denn sie leben ja noch.

Und dann gibt es die Glaubenden, zu denen auch ich mich rechne. Ich erwarte das ewige Leben bei Gott. Da will ich am Ende ankommen, wenn ich tot bin. Das ist mein Ziel, auf das ich hoffe, und das ich mit Bildern zu beschreiben versuche. Ich spreche dann vom Paradies, von der neuen Stadt, vom Wiedersehen, und vom Himmel.

 

Ich als Christ glaube ja auch, dass einer zurückgekommen ist. Und dieser eine, Jesus, der Christus, wird erst dadurch zum Dreh- und Angelpunkt meines ganzen Glaubens. Weil Jesus von den Toten auferstanden ist, also zurückkam aus dem Tod ins Leben. Das hat den Tod verändert. Und meine Einstellung zum Tod. Auch zum eigenen Tod, auf den ich zugehe. Es fällt mir leichter zu hoffen, dass es mit mir nicht ganz aus ist, wenn mein Leben auf der Erde zu Ende geht.

 

Ein biblischer Text, der heute in den katholischen Kirchen gelesen wird, bringt das auf den Punkt: Wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wenn Jesus - und das ist unser Glaube - gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen. (1 Thess 4,13f.)

 

Es tut mir gut, das so deutlich zu hören. Weil ich dann nicht in ein schwarzes Loch falle, wenn ich um einen Toten trauere. Weil es mir eine Richtung gibt, wenn ich an den eigenen Tod denke – und ihm oft genug auszuweichen versuche. Und weil es mir hilft, meine Hoffnung weiter zu sagen.

 

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