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SWR1 3vor8

Was einer glaubt kann sich verändern. Wenn man neue Erfahrungen macht,
manchmal auch machen muss. Dann kann es geschehen, dass das was mir am Glauben vertraut war und richtig, nicht mehr trägt. Und dann?
Dann ist es gut, wenn einem der Glaube neu aufgeht. Und er wieder tragen kann. Wenn mein Glaube unveränderlich wäre, könnte er im Leben nichts helfen. Aber weil er sich verändern kann, darum kann er mich und Sie in die Zukunft begleiten. Nicht nur ‚begleiten‘. Erneuert kann er uns auch wieder in die Spur bringen. In eine gute Lebensspur.
Das haben schon die Christen im Neuen Testament erfahren. Z. B. im dem kleinen Petrusbrief in der Bibel, aus dem heute in den Evangelischen Kirchen vorgelesen wird, spürt man das deutlich: Wie eine harte Erfahrung den Glauben erschüttert, wie sich dann das Glauben verändert und schließlich neuen Grund gibt für das Leben:
Die erste Generation Christen hat fest daran geglaubt, dass Jesus zu ihren Lebzeiten wiederkommen wird und das Reich Gottes aufrichten. Aber Jesus kam nicht glanzvoll wieder. Für viele Christen eine schwere Glaubensprobe.
Aber sie haben sich nicht erschüttert von ihrem Glauben abgewendet.
Vielmehr haben sie begriffen, die Naherwartung ist nicht das Herz des Glaubens. Sie haben begriffen: Damit haben wir uns ein Bild von Gott gemacht, mit dem wir auf Nummer sicher gehen wollten. Wir wollten ganz sicher sein, wie es mit unserem Leben wird. Und wie Gott handeln wird. Aber das geht nicht.
Wenn ich glaube, habe ich Gott nicht sicher für alle Zeit. Wenn ich glaube, vertraue ich, vertraue ich mich Gott an. Auch wenn das Leben mit Sprüngen, Umwegen, Sackgassen und Möglichkeiten überrascht.
Und dann fasst der Petrusbrief erneut in Worte, was das Herz des Glaubens ist: „Liebe“. Gott kann niemand sehen, aber an Jesus kann man sehen, dass Gott den Menschen liebt, jeden und jede. So unglaublich einem das oft vorkommt. Liebe ist das Herz Gottes und das Herz des Glaubens.
Kann man auch danach leben? Vielleicht indem man es immer wieder übt.
Sich selber und vor allem andere zu lieben.
Menschen finden sich oft nicht liebenswert. Sich selbst und andere. Trotzdem. Wenn ich selbst nicht mehr glauben kann, dass ich geliebt bin oder wenn Sie und ich meinen, der oder die haben keine Liebe verdient. Dann leben wir am Herzen des Glaubens vorbei. Dann ist es Zeit, den Glauben wieder darauf auszurichten. Damit ich mit meinem Leben wieder in Gottes Spur komme.

16 Wir haben euch ja angekündigt, dass unser Herr Jesus Christus machtvoll wiederkommen wird. Und dabei haben wir uns nicht auf ausgeklügelte, erfundene Geschichten gestützt.
Sondern wir haben mit eigenen Augen seine wahre Macht und Größe gesehen.
17 Gott, der Vater, ließ seine Ehre und Herrlichkeit sichtbar werden – damals, als von der Ehrfurcht gebietenden Herrlichkeit Gottes her eine Stimme erklang, die zu ihm sprach:
"Das ist mein Sohn, ihn habe ich lieb. An ihm habe ich Freude."
18 Diese Stimme haben wir selbst gehört. Sie kam vom Himmel her, als wir mit Jesus auf dem heiligen Berg waren.

2. Petrus 1,16-18

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