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SWR1 3vor8

„Der Traum ist der beste Beweis, dass wir nicht so fest in unserer Haut eingeschlossen sind, wie es scheint.“ 
So früh an einem Sonntagmorgen zwischen den Jahren lässt sich vielleicht besser verstehen, was der Dichter Friedrich Hebbel mit diesem Satz gemeint hat: dass wir Menschen durchlässig sind. Durchlässig in Sphären außerhalb unserer sichtbaren und hörbaren Welt. Und dass wir im Traum mit diesen Sphären in Kontakt kommen können. Zunächst in Kontakt mit uns selbst. Wenn unsere Seele in Bildern spricht. Und auch in Kontakt mit den großen, alten Bildern, die auf dem Grund der Seelen aller Menschen ruhen: Der Mutter, dem Meer, dem Baum oder dem Engel, diesem Mittler-Wesen zwischen Gott und den Seelen der Menschen. Nicht von ungefähr ist in der Bibel immer wieder von Engeln zu lesen, die im Traum zu den Menschen sprechen. Wie auch heute wieder in den Katholischen Kirchen zu hören. Da sagt ein Engel zu Josef er solle mit Maria und Jesus nach Ägypten flüchten. Damit Herodes das neugeborene Jesuskind nicht töten kann.

Josef hört auf die  Stimme, die im Schlaf zu ihm spricht und beschützt seine kleine, heilige Familie. Immer wieder spüren Menschen im Traum, dass sie sich oder andere schützen müssen. In Träumen nehmen wir Gefahren oft klarer oder intensiver wahr als im Wachzustand. Wir bekommen ein besseres  Gespür für uns selbst, für das, was unbedingt wichtig und richtig ist, wenn wir Stimmen, Gedanken oder Gefühle wahrnehmen, die aus unserem tiefen Inneren kommen. Sei es in der der Meditation, in der Kunst,  im Gebet oder im Traum. Wir sind nicht eingeschlossen in unsere Haut, in unsere diesseitige Welt, nur in das, was wir sehen, hören, messen, wägen und beweisen können. Es gibt so viel zwischen Himmel und Erde das noch nicht beweisbar ist und trotzdem existiert.  Immer wenn es ruhig wird, wenn es still ist um uns herum und in uns drin, dann können wir durchlässig werden. Durchlässig für die Botschaften die Gott uns durch Träume oder Engel in unsere Seelen schickt…

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