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SWR1 3vor8

Gott ist mein Freund. Und Ihrer.

Wie ich darauf komme? Jesus sagt das, in der Passage der Bibel, die heute in den evangelischen Gottesdiensten gelesen wird. Er sagt das und lädt ein, dass ich mich darauf einlasse im Leben: Auf Freundschaft als Lebensgrundlage:
„Gott ist mein Freund - und Ihrer."

Jesus kann viel behaupten, sagen Sie vielleicht. Stimmt.
Aber lassen Sie es uns doch mal durchspielen, was er meinen könnte. Interesse halber. Dass Gott unser Freund ist.

Das Erste, was mir auffällt:
Was Jesus mit Freundschaft meint, geht richtig tief. Ist nicht oberflächlich, ist mehr als ‚Spaß haben mit Freunden', wie wir das heute oft sagen. Freundschaft kann viel mehr. Richtige Freunde geben was von sich. Jesus sagt sogar:
Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde einsetzt."

Und so hat er nicht bloß theoretisch von Freundschaft geredet, er hat genau so gelebt. Er war sich nicht zu schade, sein Leben zu geben. Für seine Freunde und Freundinnen.

Und weil wir Christen glauben, dass Jesus zeigt, wie Gott ist. Dass er gewissermaßen das Gesicht Gottes ist, deshalb kann man von Gott glauben, dass er sich voll und ganz einsetzt für seine Menschen. Ein Freund ist fürs Leben. Der mit geht und zu mir steht auch in den Tiefen. Ich verlasse mich darauf: Er bleibt bei da und in einem, auch wenn man schwach ist und verloren. Selbst wenn Menschen sich von mir zurückziehen. Gott kündigt mir seine Freundschaft nicht auf. Jesus hat das gesagt und gelebt.
Und fordert auf, mich auf Freundschaft einzulassen, als Lebensmodell.
Das macht Jesus auch klar:
Ich bezeichne euch nicht mehr als Diener.Ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut. Ich nenne euch Freunde.

Wenn ich in Gott meinen Freund sehe, das macht was mit mir.
Und aus mir. Es adelt mich und fordert heraus. Wenn Jesus sagt: Wer Gott zum Freund hat, der kann und soll auch selbst Freund sein. Für andere. Er kann etwas von sich geben. Auch mal über den eigenen Schatten springen. Andere wichtiger nehmen als sich selbst.

Noch etwas fällt mir ein, wenn ich Gottes Freundschaft gedanklich durchspiele.
Gott ist mein Freund und Ihrer auch. Aber nicht nur: Er ist zB. auch der Freund all dieser unbekannten Menschen auf dem Mittelmeer, die vielleicht gerade jetzt wieder versuchen, heil nach Europa zu kommen. Und hoffen, dass wir Menschenfreunde sind, für sie. Die etwas geben können und wollen. Weil sie auch Gottes Freundinnen und Freunde sind.

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