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SWR1 3vor8

„Wenn aber einer von den Toten zu ihnen käme, dann würden sie sich bessern." (Lukas 16,27) Dieser Satz steht beim Evangelisten Lukas. Das haben Sie vielleicht auch schon gedacht. Warum kommt denn keiner zurück? Der könnte uns doch sicher sagen, wie es dort ist und wie wir hier leben sollen.
In der Geschichte im Lukasevangelium möchte sogar ein Toter einen Boten zu den Lebenden schicken. Es ist ein Mann dessen Name nicht genannt wird. Während seines Lebens war er sehr reich und egoistisch gewesen. Auch für Lazarus, einen kranken Bettler vor seiner Tür hatte er keinen Blick und kein Herz. Beide sind inzwischen gestorben. Lazarus wird von Engeln in Abrahams Schoß getragen, der Reiche muss in der Hitze schmoren. Und sieht ganz neidisch und wehmütig zu Lazarus rüber. Zuerst will er, dass Lazarus ihm zu trinken bringt, aber Abraham sagt klar und deutlich, dass das nicht geht. Und dann erwacht bei dem reichen Mann der Familiensinn. Er möchte, dass Abraham den Lazarus auf die Erde zurückschickt, damit der seine Familie warnt. Lazarus soll den Brüdern des Reichen erzählen, wie schlimm es ihrem Bruder im Totenreich geht Die Brüder sollen ihren Lebenswandel unbedingt ändern, damit sie nicht dieselbe Strafe erleiden. Aber Abraham sagt: die haben Moses und die Propheten, auf die sollen sie hören; und wenn sie auf die nicht hören, dann glauben sie auch keinem, der von den Toten kommt!
Das heißt doch: die Lebenden haben schon genug Informationen. Alles, was sie wissen müssen, können sie durch das Leben herausfinden.
Hier liegt für mich die Spitze dieser Geschichte: Nicht auf irgendwelche Botschaften der Toten warten, um zu erfahren, was ich tun soll, sondern ins Leben blicken. Und zum Beispiel den notleidenden Menschen vor meiner Tür sehen und ein Herz für ihn haben.

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