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SWR1 3vor8

Ostern im August? In der Kirche ist das so. Am Donnerstag war nämlich das Fest Mariä Himmelfahrt. Und da geht es nicht nur um Maria, sondern um die Himmelfahrt jedes Menschen, also um unsere Auferstehung. Wenn Christen sagen: Wir glauben, daß die Mutter Jesu mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, dann heißt das erst einmal: Wir glauben überhaupt daran, daß die Menschen nicht im Tod bleiben. Wir glauben, daß Jesus, der Sohn Marias, auferweckt wurde und daß wir nun alle auf ewiges Leben hoffen dürfen.

Was liegt näher, als diesen Glauben auf Maria anzuwenden? Wenn alle Menschen auferstehen, dann doch zu allererst die Mutter Jesu! Deshalb wird in der Kirche am Gedenktag ihres Todes der Apostel Paulus zitiert, wenn er schreibt: „Verschlungen wurde der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?" (1.Korintherbrief 15,55)

Diesen steilen Satz haben die Christen sehr bald mit Leben gefüllt. Zum Beispiel mit Geschichten und Bildern vom Heimgang Marias. Heimgang, ein sehr tröstliches Wort für das Sterben. Daß sie, die Jesus geboren hat, im Tod geblieben wäre, das war unvorstellbar.

Ja, man konnte sich noch nicht einmal vorstellen, daß dieser Leib, der Jesus getragen und genährt hatte, verwesen würde. Deshalb entstand auch bald der Glaube, daß sie mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Ehrfurcht vor Maria und vor allem Ehrfurcht vor Jesus sind die Wurzeln dieses Glaubens. Wie ja überhaupt mit aller Verehrung Marias im Kern ihr Sohn geehrt werden soll.

Es gibt keine unmittelbaren biblischen Zeugnisse von Marias Tod, erst recht keinen Augenzeugenbericht. Aber die Frömmigkeit hat hier dem Glauben an die Auferstehung Fleisch und Blut gegeben. Zum Beispiel in den vielen Bildern, die Marias Tod zeigen. Da liegt sie auf dem Totenbett, um sie herum die Apostel und - ihr Sohn Jesus. Der hält eine „kleine Maria" in den Händen und trägt sie so hinauf in den Himmel. Ein Bild, das mich immer wieder anrührt. Mariä Himmelfahrt - eine Art Osterfest der Mutter Jesu. Es gibt auch mir Hoffnung geben auf mein persönliches Ostern.

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