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SWR1 3vor8

Wie soll man leben, wenn alles möglich scheint? Es gibt kaum noch Regeln und verbindliche Vorbilder dafür, wie man eine Paarbeziehung leben, wie man seine Geschäfte führen oder seinen Beruf ausüben kann. Fast alles scheint möglich. Aber ist das gut? Tut das gut? Verführt das nicht dazu, dass jeder nur schaut, wie am meisten für ihn selbst herausspringt? Und am Ende bleiben viele auf der Strecke, weil jeder danach guckt, wie er am besten voran kommt.
Aber wie könnte es anders gehen? Das haben sich schon ganz früh die ersten Christen gefragt. Sie mussten erfahren, wie sie belächelt und gemobbt wurden, und wie andere voran kamen, während sie sich anscheinend selber im Weg standen mit ihrer Lebensweise und ihrem Verhalten.
Da bekommen Sie einen Brief von einem Gemeindeleiter (der 1. Petrusbrief). Man kann nicht mehr genau sagen, wer das war und wie er hieß. In seinem Brief erinnert er die verunsicherten Christen an das, woran sie sich halten können, wenn sie nach der richtigen Lebensweise fragen. Damals haben sie das in ihren Gottesdiensten vorgelesen. Dann wurde der Brief in der Bibel gewissermaßen archiviert, und ab und zu wird in den evangelischen Gottesdiensten ein Stück daraus wieder vorgelesen, zum Beispiel an diesem Sonntag:
„Ihr seid erlöst von der Beliebigkeit, die zu nichts Gutem führt" (1. Petr 1, 18), steht darin. Jesus Christus hat euch davon erlöst. Er hat von Gottes Liebe gesprochen, an die ihr euch halten könnt. Wer sich an der Liebe orientiert, für den ist nicht beliebig, wie er sich verhält. Dann kann man nicht alles machen, bloß weil es bequemer ist oder weil es mehr einbringt. Jesus hat gesagt, wie man die Liebe mitten in der Welt spüren und sich gegenseitig und für alle erfahrbar machen kann. Dass man zum Beispiel die nicht fallen lässt, die einen Fehler gemacht haben, sondern ihnen hilft, wieder zurecht zu kommen. Dass man nicht alles mitnehmen muss, was man kriegen kann, sondern danach schauen, dass auch die anderen zu ihrem Recht kommen. Dass man mit Liebe und Freundlichkeit am Ende mehr erreicht als wenn man immer gleich alles niedermacht, was einem nicht passt.
Erlöst von solch einer beliebigen Lebensweise sind Menschen, die auf Gott vertrauen, steht in dem Brief aus alter Zeit.
Der Brief von damals, der sagt: Das ist der Weg, den Jesus gezeigt hat. Dieser Weg führt in die neue Welt Gottes. Das ist das Verhalten, das auch heute gut tut. So kann man leben und die gute Welt Gottes fängt an. In den Beziehungen. In den Geschäften und im Beruf. Jesus würde sagen: mitten unter uns.

18Ihr wisst ja: Ihr seid von der nutzlosen Lebensweise freigekauft worden, die ihr von euren Vorfahren übernommen hattet - und zwar nicht durch vergängliche Dinge wie Silber oder Gold. 19Dies geschah vielmehr durch das kostbare Blut von Christus, dem fehlerfreien und makellosen Lamm. 20Schon vor Erschaffung der Welt war er dazu bestimmt.  Aber für euch ist er am Ende der Zeit erschienen. 21Denn ihr glaubt jetzt durch ihn an Gott. Der hat ihn von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit verliehen. Deshalb könnt ihr nun euren Glauben und eure Hoffnung auf Gott richten. (1. Petr 1, 18-20)

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