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SWR1 3vor8

„Wir danken Gott für euch alle." Das schreiben der Apostel Paulus und zwei seiner Mitarbeiter an die Christen in Saloniki. Haben Sie schon mal überlegt, für wen Sie Gott danken? Nicht nur ein „es ist gut, dass es dich gibt" oder „Wie schön , dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst". Das ist beides sehr viel und sehr kostbar, und es tut gut, wenn wir so etwas einander sagen. Wenn wir es sagen können, weil es stimmt - so selbstverständlich ist das ja nicht. Paulus schreibt: „Wir danken Gott für euch alle". Da werden Menschen als Geschenke Gottes gesehen und gewürdigt. Wir haben das übrigens heute noch in Vornamen. Theodor, kurz Theo heißt übersetzt Gottesgeschenk. Und Dorothea, kurz Doro oder Doris meint umgedreht dasselbe: Geschenk Gottes. Ich nehme diese Namen und den Brief von Paulus zuerst einmal als Anregung zum Nachdenken: wer ist für mich ein Geschenk Gottes? Und wie könnte ich das ihm oder ihr sagen? Wenn ich dann den Brief an die Christen in Saloniki weiterlese, stoße ich noch auf einen weiteren Gedanken, nämlich dass Paulus für den Glauben, die Liebe und die Hoffnung seiner Mitchristen dankt. Er schreibt: „Unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater, an das Werk eures Glaubens, an die Opferbereitschaft eurer Liebe und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung auf Jesus Christus, unseren Herrn." Der große Apostel Paulus schreibt das an die ganz normalen einfachen Christen in Saloniki. Das heißt, dass deren Glaube, Liebe und Hoffnung auch für ihn wichtig ist. Daß sie ihn vielleicht persönlich stärkt - was auch ein großer Apostel notwendig braucht. Und dass der Glaube, die Liebe und die Hoffnung jedes und jeder einzelnen wichtig ist für das Ganze. Mir fallen selber Menschen ein, die da für mich bedeutsam waren und sind - unter ihnen einfache gläubige Menschen von meinen Eltern angefangen bis zu Frauen und Männern, die ich heute im Krankenhaus besuche. Glauben, hoffen und lieben ist nichts für Solisten. Auch das höre ich Paulus hier sagen. Und ich höre den Appell: nimm die Menschen wahr, für die Du Gott dankbar bist, lass dich von ihnen beschenken, und sag ihnen gelegentlich, wie kostbar sie für dich sind.

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