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SWR1 3vor8

Auf Schritt und Tritt erfahren wir am eigenen Leib, was es heißt, am Sterben Jesu teilzuhaben. Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben. 2. Kor 4, 10

Gut, dass es aus Haiti auch Bilder gibt, die nicht nur Elend und Chaos zeigen. Mir geht z.B. nicht aus dem Kopf wie Rettungskräfte nach fast einer Woche eine verschüttete junge Frau gerettet haben. Als sie ans Tageslicht kam, hat sie laut „danke Gott“ gerufen. Oder dass jetzt trotz der ungeheuren Widrigkeiten Hilfe auch ankommt.
Ich brauche es, dass die Berichterstatter auch solche Bilder finden und zeigen. Bei mir wird sonst die Versuchung groß, weg zu schauen, weil es kaum auszuhalten ist, was man sieht. Die Korrespondenten haben da eine große Verantwortung. Sie dürfen nichts beschönigen, aber auch die Hoffnungsschimmer nicht übersehen. Auch nicht die kleinen.
Weil Hoffnung Kraft gibt, gerade den Menschen, die von Leid und Elend getroffen sind. Und auch denen, die helfen wollen.
Das hat Paulus auch gewusst, einer der wichtigsten Lehrer der frühen Christenheit. Aus einem seiner Briefe wird heute in den evangelischen Kirchen gelesen. Paulus schreibt da, was ihm hilft, eigenem Leid stand zu halten.

„Wir erfahren am eigenen Leib, was es heißt, am Sterben Jesu teilzuhaben. Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben.

Paulus glaubt, wenn Menschen leiden müssen, dann geht es ihnen wie Jesus und der ist darum auch ganz bei ihnen. Jesus hat gelitten und ist gestorben. Und er ist daraus auferstanden. Und das ist für Paulus der Hoffnungsschimmer für jeden Menschen. Er setzt darauf, dass Menschen aus Schwerem auch wieder aufstehen können in ein Leben, das diesen Namen wieder verdient. Mit Gottes Hilfe. Und mit Hilfe von anderen Menschen. Viele in Haiti können nicht allein wieder aufstehen, da sind Sie und ich als Mitmenschen gefragt. Wir können mithelfen, dass sie aus dem größten Elend wieder hochkommen. Damit sie wieder anfangen können, selber zu leben. Ich glaube, darum ist es wichtig, dass wir uns die Bilder und Nachrichten aus Haiti zumuten, und nicht vergessen: Es tut den Menschen gut, wenn wir ihnen Grund geben, zu hoffen. Vielleicht kann es ja sogar gelingen, dass es für die Menschen dort endlich mal besser wird, weil sie im Moment von so vielen gesehen werden wie nie. Auf jeden Fall finde ich: „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.“ Hoffnungslichter. https://www.kirche-im-swr.de/?m=7593