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SWR1 3vor8

Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird's klarmachen.

Dreierlei muss ein Mann schaffen: „Einen Baum pflanzen, einen Sohn zeugen und ein Buch schreiben.“ Hat Goethe gemeint. Wer das hinkriegt, der schafft sich Bestand übers Lebensende hinaus. „Mein Baum, mein Kind, mein Haus“, heißt das heute bei vielen.
Und darin steckt eine Sehnsucht, die kennen viele, glaube ich: Mein kleines Ich soll Bestand haben und mein Leben nicht verdunsten wie eine Wasserlache in der Sonne.
Aber: Was ist z. B. mit Kinderlosen, was mit uns ganz Normalen, die keine Genieleistungen zu bieten haben oder mit denen für die es nicht zum Haus reicht? Pech gehabt?
Aber die Sehnsucht nach Bestand hat doch jeder von uns. Auch früher hat sie Menschen schon umgetrieben. Das spürt man in einem Brief von Paulus in der Bibel, an den heute in den evangelischen Kirchen erinnert wird.
Und Paulus hat zwei Ideen, wie sich diese Sehnsucht auf ewig erfüllen kann, für jeden Menschen.
1) Paulus meint, es kommt dabei gar nicht darauf an, dass ich meine ganz eigene Duftmarke in die Welt setze. Es kommt nicht darauf an, dass ich meinem Ego ein Denkmal setze. Ehrenkäsigkeit ist am Ende bloß peinlich: Den anderen Menschen geht sie auf die Nerven und den lieben Gott kann man damit eh nicht beeindrucken.
Paulus meint: Bestand habe ich, wenn ich bei etwas mitwirke, was dauerhaft Zukunft hat. Wenn ich sinnvoll mitschaffen kann an Gottes neuer Welt mit den Gaben, die er mir gegeben hat: Das wird von Gott wert geschätzt, auch wenn es vielleicht in den Augen von Menschen nichts Außergewöhnliches oder ganz Individuelles ist. Und um mich selbst muss ich mich nicht sorgen. Ich muss nicht Angst haben, dass mein Leben verdunstet ohne dass etwas bleibt: Gott vergisst keinen Goethe, keine Marlene Dietrich, aber auch keine Anne Müller oder einen Michael Mayer.
2) Aber wie geht das: Mitwirken an Gottes neuer Welt? Da meint Paulus: Eine wirklich zukunftsfähige Welt, die baut auf dem auf, was Jesus wichtig war und führt es weiter: Alle Menschen sollen erfüllt leben können, in Frieden, Hilfe finden, getröstet werden, wenn es ihnen dreckig geht. Eine zweite Chance bekommen, wenn sie versagt haben.
Damit Menschen so erfüllt leben können und Zukunft haben, dazu braucht es Sie und mich. Dabei können wir mitwirken. Und jeder Handgriff und jede Idee in diese Richtung Jesu, ob klein oder groß, die haben Bestand. https://www.kirche-im-swr.de/?m=4213