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SWR1 3vor8

Paulus ..sprach: .. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt:
Gott, der die Welt gemacht hat. Er lässt sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Denn in ihm leben, weben und sind wir…


Kennen Sie das auch? Das Gefühl, das Leben wird zu anstrengend. Ich packe das alles nicht mehr. So viele Baustellen gleichzeitig, dass einem das Leben wie eine einzige große Baustelle vorkommt: Kinder, die einem Sorgen machen. Und man müsste doch viel mehr helfen, fördern, manchmal auch schieben.
Dabei kostet schon das eigene Leben und die Arbeit soviel Kraft und Zeit. Manchmal mehr als man hat.
Oder die Gesundheit: Auch da müsste man mehr machen, damit man wieder in Form kommt. Und muss gleichzeitig akzeptieren, dass manches unwiederbringlich weg ist. Das ganze Leben eine Baustelle.
Und dann der Gedanke: Mein Lebenshaus ist anders, als ich gedacht habe. Es ist nicht alles machbar auf der Baustelle Leben, auch nicht mit noch mehr Anstrengung. -- Was hilft, wenn sich dieses Gefühl breit macht?
In den evangelischen Kirchen wird heute von einem Mann erzählt, der sich in seinem Leben voll reingehängt hat. Er hat sich unermüdlich angestrengt. Weil er möglichst vielen Menschen eine Botschaft nahe bringen wollte: Wie man unangestrengter leben kann.
Paulus, so hieß der Mann, hat gemeint: Gegen Überanstrengung im Leben hilft Vertrauen. Vertrauen, dass ich im Leben nicht alles selber machen muss. Und nicht kann. Ich muss meinem Leben nicht selber das Fundament geben. Und muss und kann es auch nicht für meine Kinder.
Wörtlich hat Paulus gesagt: "Gott hat die Welt gemacht. Und er gibt selber jedermann Leben und Odem und alles.“ Und dann weiter und das finde ich ein sehr schönes Bild, an das ich viel öfter denken müsste:
„In ihm, also in Gott, leben, weben und sind wir.“
Das bedeutet: Mein Leben ist keine Baustelle, bei der es in allem nur auf mich ankommt oder nach meinen Plänen geht. Ich kann gestalten, was mir anvertraut ist. Aber selber der Macher meines Lebens sein wollen? Da überschätze ich mich nur und überanstrenge mich.
Ich ziehe aus dem, was Paulus da sagt, den Rat: Übe zu vertrauen, dass Gott dein Leben umfängt. Versuch nicht dich, und schon gar nicht andere, nach deinem Kopf zu machen.
Wenn mich das Leben überanstrengt, dann hilft nicht noch mehr Anstrengung, sondern Entspannung. Indem ich vertrauen übe: Dass alles in Gott ist. Auch das Leben mit seinen Baustellen. So lebt man leichter und kann sich um die eine oder andere Baustelle dann auch wirklich kümmern. https://www.kirche-im-swr.de/?m=3506